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Rathausserenade mit dem Ensemble Touché

Leichtfüßig und elegant Rathausserenade mit dem Ensemble Touché

Die Musiker des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) sind immer wieder für Überraschungen gut. Dass etliche von ihnen neben dem Orchesterdienst auch Kammermusikprogramme einstudieren und diese in den Rathausserenaden vorstellen, wissen wir seit vielen Jahren. Dass sie sich dabei aber auch musikalischen Genres weitab vom gängigen Repertoire zuwenden, ist neu.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Die GSO-Musiker Dmitri Feinschmidt und Thomas Scholz (Violine), Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola), Takanari Koyama (Kontrabass) und Johannes Karl (Schlagzeug) haben zusammen mit dem Göttinger Lautenisten und Gitarristen Andreas Düker ein apartes Programm aus Barock und Klassik zusammengestellt, das sie am Montag im Alten Rathaus präsentierten. Außergewöhnlich dabei ist zum einen die Kombination von Streichern mit einem Zupfinstrument, zum anderen die Hinwendung von GSO-Musikern zur Musik des Barock.

Mit einer C-Dur-Ouvertüre von Johann Joseph Fux eröffneten sie den abwechslungsreichen Abend und zeigten sogleich, dass sie mit historischer Spielweise vertraut sind. Auch wenn sie moderne Instrumente benutzen, ist der Klang des Ensembles so leichtfüßig-elegant, das Vibrato so gezielt an nur wenigen Stellen eingesetzt, wie wir es heute aus den barocken Quellen wissen. Der Streicherklang erhielt durch Dükers Continuo-Spiel auf der Erzlaute eine besonders reizvolle Färbung. Dazu sorgte Karl mit dezenten Schlagzeug-Akzenten für rhythmischen Pfiff.

Das barocke Programm setzte das Ensemble fort mit einer sehr kultiviert musizierten Telemann-Sonate und der virtuosen Ciaccona von Tarquinio Merula, in der sich Feinschmidt und Scholz an Spiellaune gegenseitig überboten. Den Schlusspunkt im ersten Teil setzten sie mit einem hübschen Stück Programm-Musik: der mehrsätzigen „Fechtschule“ von Johann Heinrich Schmelzer, in der tänzelnde Angriffslust und Degenklirren in zauberhafte Töne umgesetzt sind – einschließlich der Wundversorgung durch den Bader im letzten Satz.

Luigi Boccherinis erstes Gitarrenquintett war das Finale dieses Abends, ein unterhaltsames Stück klassischer Kammermusik. Hier kann die Gitarre immer wieder auch solistisch hervortreten und selbstbewusst das motivische Material vorstellen. Dies tat Düker mit Präzision und Leidenschaft. Für den lang anhaltenden Beifall des überschaubaren Hörerkreises – der Abend hätte wahrlich mehr Zuspruch verdient – bedankten sich die Musiker mit dem rassigen Fandango aus Boccherinis zweitem Gitarrenquintett, in dem Karl mit seinem virtuosen Kastagnettenpart ein besonderes Glanzlicht setzte.

Von Michael Schäfer

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