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Ray Wilson und Band in der Uni Göttingen

Konzert im Hörsaal Ray Wilson und Band in der Uni Göttingen

Er tritt mit seiner Band auch in Theatern, Kirchen und Reithallen auf. Am Freitag gastierte Ray Wilson mit seinem Programm "Genesis vs Stiltskin" im großen Hörsaal der Fakultät für Chemie der Universität Göttingen.

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Markant und kraftvoll Stimme ist Wilsons Stimme, mal rau, mal sanft. 

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die mehr als 400 Besucher des fast ausverkauften Konzerts erklatschten sich vier Zugaben.

Der Sound in der Tammanstraße 4 war großartig. Jeder konnte von den ansteigenden Stuhlreihen die Band auf der Bühne gut sehen. Und das kalte Neonlicht wurde erst nach dem Konzert wieder eingeschaltet. Einen bunten Mix aus Rock-Klassikern präsentierte Wilson, der bei der britschen Grungeband Stiltskin („Rumpelstilzchen“) erste Erfolge gefeiert hat und dann von 1996 bis 1999 Sänger bei Genesis gewesen ist.

Genesis nahm mit Wilson das Album Calling All Stations auf, das drittbestverkaufte der Bandgeschichte. Solo-Hits der alten Genesissänger Peter Gabriel (Solsbury Hill) und Phil Collins (Another Day in Paradise) rissen das Publikum, die meisten älter als 40 Jahre, mit. 

Markant und kraftvoll Stimme ist Wilsons Stimme, mal rau, mal sanft. Der Musiker, der sein Konzert locker und entspannt in Jeans und T-Shirt absolvierte, begann den Abend mit einem eigenen Stück, Change. Von ihm stammt auch der melancholische Song Alone, in dem er begleitet von wehmütigen Klängen der deutschen Geigerin Steffie Hoelk an seine schottische Heimat denkt.

Großartig war Wilsons Bruder, der Gitarrist Steve Wilson. Die beiden sangen mehrstimmig. Steve schreibt selbst Lieder. Von ihm gab es den Song „Along the way“ zu hören. Auch ein Gesangsolo bot er, interpretierte gefühlvoll den U2-Klassiker One Love.

Viele der handwerklich perfekten Band-Mitglieder hat Wilson in Polen gefunden, wo er seit einigen Jahren lebt. Da sind der Keyboarder Michal Lyczek, der Schlagzeuger Mariusz Koszel und der Multiinstrumentalist Marcin Kaiper. Querflötist Kaiper erhielt in den Genesis-Stücken Ripples und Follow you, follow me gemeinsam mit Streicherin Hoelk jeweils einen langen Instrumentalpart. Kaiper trat im Laufe des Konzerts aber auch mit Klarinette und Bassgitarre auf. Viel Applaus bekam er für ein wunderschönes Saxophonsolo.

Mit dem rockigen Stiltskin-Debüt-Stück Inside, das nicht zuletzt auch durch einen Werbespot der Jeansmarke Levi's bekannt wurde, endete das Konzert. Das begeisterte Publikum wollte die Band jedoch nicht mehr weglassen. Bei der ersten Zugabe, dem rätselhaft-verzweifelten Genesis-Lied Mama, kauerte Wilson im roten Licht der Scheinwerfer auf der Bühne. Die langen, schwarzen Haare hingen ihm übers gruselig ausgeleuchtete Gesicht. Bei David Bowies „We can be Heroes“ und Bob Dylans „Knockin' on Heaven's Door“ hielt es keinen im Publikum mehr auf dem Sitz.

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Künstleratelier: Leena Krüger