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Regionale Bands präsentieren sich bei Göttinger Indoor-Festivals

Liesels Clubnacht und Klub Kultura Regionale Bands präsentieren sich bei Göttinger Indoor-Festivals

Die Sommernacht war lau, die Stimmung entspannt. Mehrere 100 Göttinger, vom Stundeten bis zur Rentnerin, feierten Liesels Clubnacht und den Klub Kultura. Bei den beiden Indoor-Festivals traten 48, ganz unterschiedliche Bands der Region in 17 Lokalitäten der Göttinger Innenstadt auf.

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Tick, Tack & Track spielen bei der Klub Kultura in Göšttingen im DejaVu

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Wir sind alles Ärzte, deshalb nennen wir uns die Hot Docs“, erklärte Professor Borwin Bandelow im Paulaner am Leinekanal. Die vierköpfige Combo coverte vor eher älterem Publikum, darunter vielen Kollegen, ruhig und leise Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren wie Ike und Tina Turners „Proud Mary“ oder Lynyrd Skynyrds „Sweet Home Alabama“. Grungig-lässig ging es bei Kneeless Moose im Exil zu.

 
Laut und wild bearbeiteten im Vinyl-Reservat im Papendiek The Jayhawk Specials ihre Instrumente. Punkigen Sound mit verzerrten Gitarren und psychotischen Schreien boten Schlagzeuger Max Metze aus Moringen mit seinen Siegener Band-Kollegen dem Publikum. Das stand im kalten Licht der Neonröhren zwischen Plattenkisten. Im Nörgelbuff sang Frau Pauli mutmachende Kinderlieder. Begleitet von leisen Gitarreklängen und einer dahinschmelzenden E-Geige trug sie ihre melancholisch-verträumten Stücke über Liebesbeziehungen auf dem Abstellgleis vor.

 
Dicht drängte sich das Publikum im Déyà Vu. Einige standen sogar draußen vor dem Fenster, als Tick, Trick & Track und der Kajüttenstruppi mehrstimmig sangen. Mit „unbeholfenen Zeichen“, so das Göttinger Akustikgitarrentrio, animierte es die Zuhörer zum Mitsingen des Refrains, „das ist das, was zwischen den Strophen kommt“.

 
Mit treibenden Beats brachten Kyles Tolones im Saal des Jungen Theaters ihre Fans zum Tanzen. Die Sieger der regionalen Runde des Bandwettbewerbs Local Heroes ermunterten das Pubikum, sie beim Halbfinale Anfang September in Hannover anzufeuern.

 

Foto: Pförtner

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In der Liedermachertradition steht Axel Mehner, der mit Klaus Wißmann im Kellergewölbe der Diva Lounge spielte. Selbst geschriebene Songs über Liebe und Verlust trug das Gitarrenduo vor, aber auch lustige Stücke mit Zeilen wie „Schenk mir ein Haus am Meer, aber keinen Krempel mehr.“ In „Alles wird gut“ rappte Mehner zur Gitarre.

 
Kabarettistisch ging es anschließend mit dem Erfurter Duo „Kalter Kaffee“ weiter. Mit weit aufgerissen Augen und viel Sprachwitz sangen sie über den Marder, den Autozernager, dem sie mit dem Marderverjager zu Leibe rückten, bis sie über Marderkadaver frohlockten. Sie teilten mit dem Publikum ihre Gedanken über Amazon, wo man kein Kartoffelfeld bestellen kann, über Frauen, die Spekulanten Musikanten vorziehen, oder über andere Stile: „Wenn jeder spielt, was er will, nennt man das Jazz.“

 
„Durch Zufall fanden die beiden Festivals am gleichen Abend statt“, erklärt Klub-Kultura-Organisatorin Bea Roth. Der Vorteil fürs Publikum: Wer für wenig Geld beide Bändchen kaufte, konnte bei einem schönen Abend zahlreiche Gruppen kennenlernen.

 

Von Michael Caspar

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