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Hochkarätige Gitarrenkunst

"Saitensprünge" im Apex Hochkarätige Gitarrenkunst

Ein hochkarätig besetztes Duo war jetzt in der Reihe „Saitensprünge“ im Göttinger Apex zu Gast. Jule Malischke präsentierte mit klarer Stimme und beeindruckender Gitarrenkunst Stücke ihres Debütalbums „Whatever May Happen“, kongenial begleitet von dem Gitarristen Stephan Bormann.

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Jule Malischke mit starkem Gitarrenspiel und klarer Stimme im Apex Göttingen.

Quelle: r

Malischke hat klassische Gitarre an der Universität Augsburg studiert. Bei einem Workshop in der Toskana traf Malischke auf den Gitarristen Stephan Bormann. Danach reifte bei ihr der Entschluss, nach Dresden zu ziehen, um den Masterstudiengang Jazz/Rock/Pop/akustische Gitarre an der Carl-Maria-von-Weber Musikhochschule zu belegen. So begegnete sie Bormann erneut, der in Dresden eine Hauptfachklasse an der Hochschule für Musik leitet und Malischke später bei der Produktion ihres Debütalbums „Whatever may happen“ zur Seite stand. Bormann ist auch Dozent an der Universität Magdeburg und unter anderem in den Formationen „Hands On Strings“ und dem „Cristin Claas Trio“  aktiv.

Acht akustische Gitarren sind auf der Bühne zu gleichen Anteilen auf jeder Seite aufgestellt, eine weitere in der Mitte, ein Zeichen für die musikalische Vielfalt des Duos. Nach kurzem Blickkontakt beginnt die beiden Musiker mit „Princess“ ihr Konzert. Malischke setzt darin die rhythmische Technik des Finger Tappings ein, Bormann glänzt auf einer zwölfsaitigen Gitarre.

In der Folge spannen sie einen vielsaitigen Bogen akustischer Gitarrenmusik, mal rhythmisch, fröhlich, schnell, wie bei „Whatever my happen“, mal lyrisch, zart wie in „Goodbye my love“. Das Stück hat Malischke einer vergangenen ersten Liebe gewidmet. Weil dies bei ihm schon so lange her sei, denke er bei dem Stück an sein im letzten Jahr gestohlenes Auto, fügt Bormann schmunzelnd an. In einem Instrumentalstück widmen sie eindringlich dem Sommer ihre Hommage. Pat Metheny hat Anteile in einer Livepremiere und U2s „I still haven’t found what I’m looking for“ geben sie ein neues akustisches Gewand. Solistisch erinnert sich Bormann in einer furiosen Fassung an seine Jugend und Pink Floyd, Malischke huldigt in einem konzertanten Stück dem brasilianischen Samba Jobims.

Mit großer Harmonie, Spielfreude und ständig wechselnden Gitarren spielt sich das Duo durch ein abwechslungsreiches Programm. Malischke übernimmt darin, begleitend zu ihrem klaren, ausdrucksstarken Gesang, oft den rhythmischen Gitarrenpart, während Bormann mit überraschenden, stets melodiös solistischen Beiträgen glänzt. Ein bewegender Ausflug in die hohe Kunst der akustischen Gitarrenmusik endet mit dem Titel „Wie gut, dass es dich gibt“.

Von Jörg Linnhoff

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