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Reisbrei und Pappmaché

Ausstellung im Künstlerhaus Göttingen Reisbrei und Pappmaché

Britta Thie ist bekannt geworden durch eine Web-Serie . „Transatlantic“ heißt die Reihe, die von der Schirn-Kunsthalle und Arte Creative koproduziert wurde. Derzeit stellt Thie im Künstlerhauses Göttingen aus, kuratiert von Anja Lückenkemper. Die übernimmt damit die künstlerische Leitung des Kunstvereins.

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Noch im Hintergrund: Anja Lückenkemper, neue künstlerische Leiterin des Kunstvereins, mit Geschäftsführer Helmut Wenzel.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit einer älteren Frau sitzt Thie am Tisch und isst Milchreis. Den Topf haben die beiden gerade aus dem Bett hervor geholt. Unter dem Federbett verborgen, konnte der Pamps nach einem ersten Aufkochen auf der Herdplatte auch ohne Hitzezufuhr garen. So haben es die Eltern und Großeltern gemacht. Zu sehen ist das in einem Video in der Ausstellung. Thie ist offenbar auf einer Reise zurück in die Vergangenheit.

In einer nächsten Sequenz trifft sie einen Mann in einer Uniform, wie sie die Besatzung des Raumschiffs Enterprise trägt. Auch sein Wohnzimmer ist mit Devotionalien der Science-Fiction-Film- und Fernsehreihe ausgestattet. Zukunft? Vergangenheit? Thie befasst sich jedenfalls mit Zeit.

Öffnungszeiten:

Bis Sonntag, 21. Februar, dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, an den Wochenenden von 11 bis 17 Uhr im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1.

Sehr luftig ist die Ausstellung konzipiert. Was sich überlagert, sind Stimmen. Denn ein wesentlicher Teil der Schau sind Filme, die auf frei im Raum aufgehängten Bildschirmen zu sehen sind – inklusive Ton. Die Künstlerin nennt die Gesamtheit einen Survival-Guide für unsere Zeit, die sie forsch als eine Zeit der “emotionalen Mobilität der Post-Internet-Generation“ einordnet.

Auch in das Archiv ihrer Familie hat sie ihre Zeitreise geführt. Familienfotos sind zu sehen, eine Palme, eine Nana nach dem Vorbild der Figuren von Niki de Saint Phalle und ein Yoshi aus dem schon fast historischen Videospiel, alles aus Pappmaché.

Mit einer Freundin zieht Thie filmisch durch ein Einkaufsgalerie-Wunderland bis ein emotionaler Ausbruch sie stoppt. Und mit Werbung befasst sie sich schließlich.

Lange Papierbahnen hängen von der Decke. Schlagworte sind dort in englischer Sprache niedergeschrieben. Das fördert das Kunst-Verständnis eher mäßig in dieser sehr theoretisierenden Ausstellung.

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