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Rena Schwarz mit „Trennung für Fortgeschrittene“ im Göttinger Apex

Zahnbürste des Grauens Rena Schwarz mit „Trennung für Fortgeschrittene“ im Göttinger Apex

„Ihr lernt hier von der Besten.“ Als Expertin fürs Verlassenwerden legt Rena Schwarz die Messlatte ihrer Fertigkeiten hoch. Am Freitag hat die Schauspielerin und Sängerin, die einst die „nötigen Impulse als Comedian“ in Urban Priols „Kabarett im Hofgarten“ in Aschaffenburg erhielt, mit ihrem Programm „Trennung für Fortgeschrittene“ im Apex gastiert.

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Mit Trennungsschmerz-Gedöns und viele Albernheiten: Rena Schwarz.

Quelle: Vetter

Göttingen. Nach kurzer Begrüßung schwingt sich Schwarz sofort mittenmang zwischen die Zuschauer, um Beziehungs- und Trennungsstatus abzufragen. Jörn und Dagmar, „Meister Proper“ und die Therapiegruppe in der ersten Reihe werden dann auch gleich als Sidekicks für den restlichen Abend okkupiert.

Schrill, laut und burschikos zwischen „Zuckerwattewolken“ und Beziehungskillern arbeitet die Trägerin des Kabarettpreises „Emser Pastillchen 2012“ relevante Kategorien wie Geruch und Körperhaltung, Alkohol zum Schmerz-Ertränken, Urlaub und wissenschaftliche Erkenntnisse ab. Aber zwischen ihren Erlebnissen mit Martin, Rolf und Jan, zwischen Ansprüchen und Erwartungen, Liedern in Rap- und Liedermachermanier und wenig erhellenden Pointen („Wir Frauen wollen alle so einen Johnny Depp. Wenn Du Glück hast, kriegst Du einen Deppen, der Johnny heißt.“) ebben die Lacher schnell ab.

Weitaus mehr Schwung

Mit weitaus mehr Schwung geht es in die zweite Hälfte des Abends. Schwarz gibt Beiträge der Zuschauer, die diese auf Zetteln abgegeben haben, zum Besten. Anregungen wie etwa „bei Trennung die Zahnbürste des Ex zum Kloputzen nehmen“, sorgen für viel Heiterkeit. Sehr gelungen ist neben Dialekt-Einlagen auch eine Imitation der Bundeskanzlerin. So geriert sich Angela Merkel als sehr firm im Thema Trennungen, vor allem darin, politisch unliebsames Personal „zu exen“.

Zu guter Letzt wartet die Wahl-Unterfränkin – schier unerschöpfliche zehn Minuten lang – mit Tipps zur Rache samt Voodoo-Puppe auf. Erstaunlich, was sich mit Utensilien wie Bremsflüssigkeit und Kressesamen so alles bewerkstelligen lässt.

Fast zwei Stunden Trennungsschmerz-Gedöns und viele Albernheiten lassen Sujet, Programm und Figur eindimensional bleiben. Gehäufte Unkonzentriertheiten tun ihr Übriges. Ein paar Assoziationsketten und Figuren mehr, etwas Abwechslung über die Liedbeiträge hinaus, und vor allem ein paar ruhige Momente im Programm wären schön gewesen.

Von Karola Hoffmann

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