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Party in einem verrückten Jahrzehnt

Rockkonzert in der Göttinger Stadthalle Party in einem verrückten Jahrzehnt

Auf eine Zeitreise in die 1970er-Jahre ist es bei den „Milestones of Rock“ am Dienstag in der Göttinger Stadthalle gegangen. Geschätzt rund 200 Zuschauer und Rockfans ließen sich von der Rock-Revue mitreißen.

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Meilensteine der Rockgeschichte – als die Gitarren noch jaulten: Die Milestones in der Stadthalle Göttingen.

Quelle: Heller

Göttingen. Mit stampfenden Rhythmen und jaulenden Gitarren geht es gleich in die Vollen. „Radar Love“ dröhnt aus den riesigen Lautsprecherboxen. Und das Publikum steigt sofort ein. „Wir wollen ordentlich Party machen und euch mitnehmen in ein verrücktes Jahrzehnt“, begrüßt Moderator Ralf Huber die Besucher.

Und dann beginnt die Zeitreise mit dem sechsköpfigen Graf-Zeppelin-Orchester und vier Solo-Sängern zurück in die 70er-Jahre. Zurück in ein Jahrzehnt, das, wie Huber sagt, „nicht nur für Plateaustiefel und Schlaghosen stand, sondern in dem auch Rhythmen erfunden, Gitarrenriffs kreiert und Richtungen geschaffen wurden, die die Rockmusik bis zum heutigen Tag beeinflussen sollen“.

Von „Born to be Wild“. „I was made für Lovin’ you“ und „Paranoid“ über „Black Betty“, „Killer Queen“ und „Venus“ bis „Whole Lotta Love“ und „Stairway to Heaven“ werden die Rock-Hits der Dekade abgefeiert. Drummer, Produzent, Komponist und Arrangeur Uwe Müller hat eine gut Mischung zusammengestellt, die auch die Stilrichtungen in ihrer Bandbreite von Glamrock und Metal bis Hardrock und Progressive Rock widerspiegelt. Mal soulig-funky, mal poppig, mal bretthart.

Von der Hymne bis zum krachenden Klassiker ist die Revue eine Hommage an  Bands und Künstler wie Led Zeppelin, Uriah Heep, Suzi Quatro, Kiss, Santana und Deep Purple. Ein rockiges Who is Who des Jahrzehnts. Dabei allerdings ein „Proud Mary“ von Creedence Clearwater Revival anzukündigen und dann eine Tina-Turner-Version samt zwei Tänzerinnen zu bringen, ist für Puristen dann doch ein echter Fauxpas.

Uwe Müller (Drums), Martin Hohmeier (Bass), Stephan Winkelhake (Keyboards), Olli Schröder (Gitarre), Volker Fastenau (Gitarre), Kord Lampe (Percussion) sind allesamt gestandene und gute Musiker, die auch in diversen Soli ihr Können zeigen. Röhrend, melodisch, einfühlsam, kraftvoll und in wechselnden Konstellationen überzeugen die Sänger Alexandra Rogosch, Steffi Steglich und Alwin Barg. Allen voran liefert Pit Hupperten, der unter anderem in der Band von Herbert Grönemeyer mitgespielt hat, mit seiner energiegeladenen und charaktervoll kratzigen Stimme eine herausragende Leistung ab. Nur leider überlagert die Lautstärke der Band über weite Teile der Show die Gesangsparts.

Die Revue hätte durchaus eine etwas abwechslungsreichere Performance über ein paar Kostümwechsel und gelegentliche Tanzparts mit wenig einfallsreichen Choreografien hinaus vertragen. Die musikalische Mischung und Qualität stimmte, und das Publikum ging begeistert mit.

Von Karola Hoffmann

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