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Roger Tristao Adao präsentiert Flamencostile

Heiter bis wehmütig Roger Tristao Adao präsentiert Flamencostile

Feurige Flamencos, swingende Sambas und melancholische Tangos spielte Roger Tristao Adao am Montagabend im GDA-Wohnstift. 60 Zuhörer folgten dem Musiker aus Friedrichsrode, der in Berlin und Düsseldorf klassische Gitarre studiert hat und den Flamenco ein Jahr lang in Spanien lernte.

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Göttingen. Groß ist die Bandbreite der Flamencostile. Tristao Adao, der ursprünglich Zimmermann hieß und 2009 den Nachnamen seiner brasilianischen Ehefrau annahm, begann mit einer feurigen Sevillana. „Im Gegensatz zu den in der Regel improvisierten anderen Flamencos hat sie eine feste, auf die Choreografie des Tanzes abgestimmte Struktur“, erläuterte der Musiker. Es folgte ein ruhiger, von Schmerz geprägter Seguirya, der in Spanien bei traurigen Anlässen erklingt.

Ruhig und melancholisch war die Soleá („Einsamkeit“). Zur Sache kam Tristao Adao dann bei der ausgelassenen, rasant schnellen Buleria. Im 4/4-Takt komponiert ist der heitere, schmissige Farruca. „Wenn Sie Flamencogitarre lernen wollen, sollten Sie mit diesem Stil beginnen“, riet der Musiker seinem Publikum. Bei anderen Stilen seien Vorkenntnisse im Gitarrespielen hinderlich. „Das müssen Sie alles vergessen“, sagte er.

Von Mauro Giuliani trug der Künstler Variationen über Folies d'Espagne vor, über eine alte, einfache, spanische Melodie, die viele Komponisten angeregt hat. Aus Enrique Granados zwölf spanischen Tänzen erklang die Danza andaluza, der andalusische Tanz. Von Francisco Tárrega spielte Tristao Adao die Danza mora, den maurischen Tanz. Für den orientalischen Klang sorgt die ihr zugrunde liegende, phrygische Tonleiter, mit einer kleinen Sekunde als Intervall.

Vom Barockkomponisten Gaspar Sanz gab es vier Stücke zu hören, die nicht sehr barock wirkten. „Sanz hat ältere Melodien für Gitarre arrangiert“, erklärte der Musiker. Einige wie Espanoletas, La Cavalleria de Napoles oder Canarios seien bis heute in Spanien populär.

Im zweiten, kürzeren Teil des 70-minütigen Konzerts gab es dann südamerikanische Stücke zu hören. Tristao Adao spielte Werke von Agostin Barrios, einem paraguayischen Komponisten aus dem Volk der Guarani. Bei Barrios' Danza gürani schwingt der Samba durch. Auf dem Programm stand La Cumparsita von Gerardo Matos Rodríguez, ein populärer Tango aus den 30er-Jahren. Zum Abschluss gab es noch Zequinha de Abreus brasilianischen Hit, Tico Tico. Das Stück ahmt lautmalerisch einen Vogel nach, der nach Maismehl pickt. Das Publikum klatschte begeistert.

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