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Rolando Villazón präsentiert Roman in der Göttinger Lokhalle

Zeichnen kann er auch Rolando Villazón präsentiert Roman in der Göttinger Lokhalle

Rolando Villazón sieht etwas müde aus, als er die Bühne in der Lokhalle zu seinem Auftritt beim Literaturherbst betritt. Kein Wunder. Der Startenor ist vielgefragt, war gerade in London. Und in ein paar Stunden geht es schon wieder weiter nach Moskau.

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Ein Multitalent: der wortgewaltige Schriftsteller und Sänger Rolando Villazón.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Doch schnell verfliegt der Eindruck von Müdigkeit im Gespräch mit Ulrich Kühn vom NDR.

Villazón gestikuliert, macht Späße ist geistreich und spritzig, wie seine Fans ihn kennen und schätzen. Auf die Frage Kühns, warum er einen Clown als Protagonisten für seinen Debütroman „Kunststücke“ gewählt habe, antwortet der französisch-mexikanische Sänger philosophisch: „Clown zu sein heißt, frei zu sein.“

Menschen hätten Angst vor dem Clown und dem Philosophen in sich, das sei ein Grund gewesen diesen beiden Persönlichkeitsanteilen im Roman Raum zu geben. Außerdem habe er irgendwann beim Blick in den Spiegel einen Clown gesehen, der ihm gesagt habe, er solle es endlich mit dem Schreiben versuchen, egal wie erfolgreich das Werk werde.

„Kunststücke“ ist Erfolg beschieden und wird seinem Titel schon insofern gerecht, weil der Roman äußerst geschickt und kunstvoll die Geschichten zweier Clowns namens Macolieta und Balancín verknüpft. Einer ist arm und tritt mit seinen beiden Freunden Max und Claudio auf Kindergeburtstagen auf, der andere ist berühmt und hat die große Liebe gefunden.

Trilogie geplant

Wortgewaltig – mal drastisch, mal poetisch – geht es um große philosophische Fragen und  dabei wird stets Leichtigkeit bewahrt. Der Göttinger Schauspieler Götz Lautenbach liest facettenreich zwei längere Passagen. Sein Vortrag findet bei Villazón  sichtlich Anklang.  „Kunststücke“ sei erst der Anfang, er korrigiere gerade den zweiten Teil der geplanten Trilogie, die das Spiel an sich in den Mittelpunkt stelle, so Villazón.

Seitdem er schreibe, fühle er sich als Mensch reicher als zu den Zeiten, in denen es vor allem darum gegangen sei der beste Sänger der Welt zu sein.

Eine große Rolle spiele die Musik aber auch in seinem Schriftsteller-Leben. „Ich höre eine Melodie, wenn ich schreibe.“ Dass eine Melodie auch im Übersetzungsprozess erhalten bleibe – Villazón schreibt auf Spanisch, spricht aber gut Deutsch – sei ihm wichtiger als alle Genauigkeit in Bezug auf Wörter und Inhalt. Nach Lesung und Gespräch nimmt der Weltstar in einem Strandkorb des Göttinger Tageblattes Platz, hat für jeden ein paar nette Worte parat und zeichnet jedem etwas ins Buch. Zeichnen kann er auch.

Von Marie Varela

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