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Romantischer Elan

Aulakonzert mit der Kammermusikgesellschaft Romantischer Elan

Klavierquartette aus Frankreich und Spanien waren am Sonntag im Aulakonzert der Kammermusikgesellschaft zu hören. Zu Gast war das Notos-Quartett - das Publikum in der gut besuchten Uni-Aula zeigte mit lautstarkem Beifall samt Füßetrampeln, wie sehr es von diesem Abend begeistert war.

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Zu Gast an diesem Abend war das Notos-Quartett.

Quelle: EF

Göttingen. Die Musiker - der Geiger Sindri Lederer, die Bratscherin Andrea Burger, der Cellist Philip Graham und die Pianistin Antonia Köster - bewiesen mit dem eröffnenden Klavierquartett c-Moll op. 15 von Gabriel Fauré sogleich, was ihnen besonders am Herzen liegt. Sie lieben einen großen, schwelgenden Ton, lassen die Melodien breit strömen, legen großen Wert auf schönen Klang und auf kammermusikalische Ausgewogenheit.

Nächstes Aulakonzert:

Sonntag, 17. April, um 19.45 Uhr in der Uni-Aula mit dem erweiterten Prager Bläser-Oktett.

Das ist genau die richtige Mischung, um den leidenschaftlichen, romantischen Elan der Musik Faurés lebendig werden zu lassen. Der edle Gesang des Adagio konnte sich da ebenso entfalten wie die rhythmisch spritzige Leichtigkeit im Scherzo, elegant war die tänzerische Leichtigkeit im Kopfsatz, konturenscharf das Finale.

Mit dem Klavierquartett des Spaniers Joaquín Turina stand eine Rarität des Repertoires im Mittelpunkt, ein expressives, farbenreiches Werk, dessen Anklänge an spanische Volksmusik untrennbar mit der eigenen musikalischen Sprache des Komponisten verschmolzen sind. Fasziniert lauschten die Zuhörer den heißblütigen Klängen, in denen das Streicher-Pizzicato bisweilen wie eine große Gitarre verwendet wird.

Den größten Brocken hatte sich das Notos-Quartett für den Schluss aufgespart: das B-Dur-Quartett op. 41 von Camille Saint-Saëns. Das ist ein Werk nicht nur von beachtlicher Länge, sondern auch von bisweilen geradezu symphonischer Klangfülle. Es straft auch all jene Bedenkenträger Lügen, die meinen, dass in der Klavier-Kammermusik das Tasteninstrument die Streicher zu dominieren versuche. Gegen satte Kantilenen von Violine, Viola und Violoncello kann ein Klavier nichts ausrichten - hier bleibt der Streichergesang eindeutig Sieger, wenn er derart berauschend vorgetragen wird, wie es Lederer, Burger und Graham taten.

Hochvirtuos spielte die Pianistin Antonia Köster ihren Part, klug zurückhaltend, wenn sie „nur“ eine Begleitfunktion hatte, selbstbewusst und scharf akzentuiert hervortretend, wenn sie die Führungsrolle übernahm.

Am Ende war das Publikum in seiner Begeisterung kaum zu bremsen. Die Zugabe: Edward Elgars „Salut d’amour“ – zum Kuscheln schön.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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