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Rottkehlchen auf Mutprobentour

Konzert im Göttinger Dots Rottkehlchen auf Mutprobentour

Hannah Rottkehlchen tritt seit zwei Jahren als "Einmenschprojekt" mit Stimme, Gitarre, Loopstation und Synthesizer auf. Dabei verbindet sie experimentelles Songwriting mit Looptechniken zu kleinen Melodien und Geräuschen. Im Dots gab sie Kostproben ihres ungewöhnlichen Programms zu deutschen Texten.

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Seit zweieinhalb Wochen sei sie nun mit ihrer Sackkarre unterwegs, erzählt Hannah.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Seit 15 Jahren ist sie in verschiedenen Projekten und Kollektiven aktiv. Nun hat sie ein spezielles Solo-Programm zusammengestellt. Ihr Debutalbum "Der Sturm ist längst da" wurde von ihr mit Wegbegleitern wie "Ein Astronaut" und "Klaus der Geiger" in der Hamburger Villa Dunkelbunt selbst produziert. Auf ihrer Facebook Seite wird die Tour als "eine Mutprobentour, eine Reise zu Menschen, die bereit sind, Neues zu entdecken..." angekündigt.

Seit zweieinhalb Wochen sei sie nun mit ihrer Sackkarre unterwegs, erzählt Hannah, wie sie sich eigentlich kurz nennt. Vier Wochen soll die Tour durch Freiräume und andere Veranstaltungsprojekte gehen. Sie selbst lebe auch in einem Wohnprojekt in Hamburg, in dem sie alle Freiheiten habe, sich weiterzuentwickeln.
Sehr stimmungsvoll gestaltet ist der Auftrittsort im Keller des Dots. Die Bühne sieht aus wie ein kleines Theater mit roten Vorhängen, flankiert von zwei antiken Tischlampen auf 50er-Jahre Radios. Die Sackkarre dient Rottkehlchen auf der Bühne als Ständer für die Technik.

Ihr Auftritt wirkt wie ein Experiment, das sich noch im Fluss befindet, um sich ständig weiterzuentwickeln. Ein Gitarrenloop gibt den Rhythmus vor. Synthie Sounds breiten sich aus und zur akustischen Gitarre trägt Rottkehlchen mit heller, leicht verfremdeter Stimme ihre sehr persönlichen, deutschsprachigen Lieder vor. Sie singt über den Kampf um Unabhängigkeit und Eigenständigkeit. In „Als ich etwas mit der Freiheit fangen spielte“ heißt es „...alle Schubladen sind nur Hilfsmittel gegen emotionale Anarchie....“. Es geht ihr um Freiräume, die noch zu besetzen sind („Loch unter der Stadt) oder um das nicht Wegkommen, obwohl man es gern möchte, wie in „Gewohnheitstier“. Ein spannender, vielversprechender, aber auch sehr kurzer Auftritt ohne Anspruch auf Perfektion.

Vorweg präsentierten die Göttinger Musiker Verena Oltmanns, Gesang und Christian Giersig, Klavier unter dem schönen Namen „Ich war ein Klavier“ getragene Lieder mit großem Wohlklang in englischer und deutscher Sprache. Schlimme 80er-Jahre Songs zu covern sei eine Art Hobby von ihnen erklärt Oltmanns. Neben „Self Control“ und „Wicked Game“ gab es aber auch eigenes Material des im Ankündigungstext als „hoffnungslose Romantiker“ bezeichneten Duos.

Von Jörg Linnhoff

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