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Rüdiger Stankos Bilder im Künstlerhaus

Ausstellung Rüdiger Stankos Bilder im Künstlerhaus

Ein Porträt stellt man sich anders vor. Bunte Streifen, die wie Tapetenmuster daher kommen, erwartet man jedenfalls nicht. Und doch handelt es sich bei Rüdiger Stankos Porträts um ganzfigürliche Darstellungen, denen nicht nur die Körpermaße des abgebildeten Menschen, sondern auch ihr komplettes Äußeres eins zu eins zu Grunde liegen – extrem abstrakt und sehr real.

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Die Ausstellungsbesucher dürfen wählen: Welche Farbe hat Kultur?

Quelle: Heller

Wie Stanko das schafft, hat der Kunstkritiker Michael Stoeber bei der gut besuchten Vernissage im Künstlerhaus am Sonntag erklärt: Stanko hat die Porträtierten fotografiert, die Bilder eingescannt und per Computer die Farben erfasst.

Vergeblich versucht man nun, aus den so entstandenen Streifen, den Porträtierten zu erkennen – obwohl man sich unweigerlich bemüht. Was die Streifenbilder allerdings transportieren sind Stimmungen. Über die Farben lassen sich Rückschlüsse ziehen über die porträtierte Person, über Kleidung, Charakter und Temperament.
„Rüdiger Stanko ist ein Konzeptkünstler, der es präzise versteht darzulegen, was er tut“, sagt Stoeber. Das werde auch bei seinen Fensterbildern deutlich, die ein zweites großes Thema der Ausstellung des 1958 geborenen Künstlers sind. Das Künstlerhaus hat während der Schau 18 Fenster mehr. Die Fotografien von Stanko bilden Fenster in Originalgröße ab. Der Blick hinaus erzeugt allerdings Verwirrung. Wie beim Schauen aus dem Zugfenster scheint verschwommen die Landschaft vorbei zu rauschen. „Die Bilder erzeugen die scheinbare Paradoxie eines bewegten Stillstands und einer still gestellten Bewegung“, hat der einstige Leiter des Kunstvereins Hannover, Stephan Berg, über Stankos Bilder geschrieben.

Der in Hannover lebende Stanko fordert seine Ausstellungsbesucher nicht nur mit der Analyse seiner Bilder, er bezieht sie auch ganz konkret mit in seinen Arbeitsprozess ein. Und zwar will der Absolvent der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig herausfinden, welche Farbe die Kultur in Göttingen hat. Aus einer Skala von 20 Farben, die im Weißen Saal des Künstlerhauses steht, haben die Besucher die Wahl. Wenn alle abgestimmt haben, entsteht (was sonst?) ein Streifenbild, das jeder Teilnehmer als Postkartendruck zugesandt bekommt.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 5. September, im Künstlerhaus Göttingen, Gotmarstraße 1, zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 16 bis 18, sonnabends und sonntags von 11 bis 13 Uhr.

Von Eida Koheil

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