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Sabine Harton und Nils Elias stellen in der Göttinger Torhaus Galerie aus

Tausend Kraniche Sabine Harton und Nils Elias stellen in der Göttinger Torhaus Galerie aus

Sabine Harton hat es geschafft. Für ihre Ausstellung hat die Künstlerin aus Gleichen die entscheidende Anzahl an Papierkranichen gefaltet. Tausend Stück dieser Origamitiere sind zu basteln, um nach japanischem Volksglauben einen Wunsch von den Göttern erfüllt zu bekommen.

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Quelle: Heller

Göttingen. In einer Doppelausstellung in der Torhaus Galerie zeigt Harton ihre Installationen und Malerei mit dem Papierkranich als Leitmotiv und in zahlreichen Variationen. Ihre Kunst steht hier unter dem Motto „Der gewendete Körper – eine Suche nach Befreiung in der ständigen Metamorphose der Häutung – oder wie ich den Kranich in mir fand“.

Neben Harton stellt auch der Fotokünstler Nils Elias in der Torhaus Galerie aus. „New perspectives – Alltägliches neu/anders betrachtet“ lautet der Leitspruch nach dem der Künstler aus Göttingen die Bilder für die Ausstellung ausgewählt hat.

In ihren Werken nimmt Harton oft Bezug auf Symbole und Mythen. Der Kranich beispielsweise steht in Japan für Frieden und Glück. Viele ihrer Werke thematisieren aber auch das Leben selbst. So zeigt sie Plastiken aus Wolle, die an einen Kokon erinnern, und weist damit pointiert auf das Thema Geburt, Wiedergeburt und Veränderung hin. Ein Kokon hat ein Loch in der Außenwand. Aus der Öffnung ragt Fell hinaus.

Harton schafft es mit ihrer Kunst, dass der Betrachter sich automatisch Fragen stellt. Was da wohl schlüpfen mag? Und was hat sich nach der Metamorphose wohl verändert? Der mentale Schritt des Kunstbetrachters, sich Gedanken über das eigene Leben und eigene Veränderung zu machen, ist da nicht weit. Hartons Kunst wirkt damit wie eine direkte Ansprache an den Betrachter.

Dagegen entziehen sich die collageartigen Bilder des Fotokünstlers Elias einer Bezugnahme zum Betrachter. Durch extreme Verfremdung wird die Wirklichkeit undeutlich. Seine Bilder zeigen extreme Nahaufnahmen von Motiven, die sich zum Großteil dem Bereich der Natur zuordnen lassen. Federn oder Blätter, von denen er eine Makroaufnahme herstellt, sie mehrmals dupliziert, und nach bestimmten Ordnungskriterien zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Linien, Wellen oder Spiralen können diese Ordnungsregeln sein. Dadurch erhalten seine Bilder eine sehr technische Anmutung, die Elias verstärkt, indem er die Bilder auf Acrylglas oder Aluminium drucken lässt.

Mit seinen Bildern zeigt Elias die Schönheit von Details. Aber reicht das? So ästhetisch die Bilder sind, so arm sind sie leider an Bedeutung. Mit seinen Bildern lassen sich Räume schmücken. Anlass zum Nachdenken geben sie nur wenig.

Von Daniela Lottmann

Die Ausstellung ist freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr in der Torhaus Galerie, Kasseler Landstraße 1, Göttingen, geöffnet (bis 19. Juli).
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