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Sängerin Addys Mercedes im Deutschen Theater Göttingen

Aus Kuba Sängerin Addys Mercedes im Deutschen Theater Göttingen

„Ahí“. Das spanische Wort bedeutet so viel wie „dort“. Bei der Sängerin Addys Mercedes steht hinter dem „dort“ ihr Heimatland Kuba, das sie als junge Frau aus armen Verhältnissen verließ. Am Sonnabend gab sie im Deutschen Theater (DT) ein Konzert.

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Schafft einen musikalischen Brückenschlag zwischen zwei Welten: die kubanische Sängerin Addys Mercedes.

Quelle: Heller

Göttingen. Und wie kommt man schnell zu diesem „dort“, wenn man es vermisst? Mit der „Locomotora a Cuba“, ihrer fiktiven Lokomotive nach Kuba.

So heißt nicht nur ein Song, sondern auch das vierte Album der Wahl-Essenerin Addys Mercedes. Zur Familien-Band bestehend aus ihrer 14-jährigen Tochter Lia und Lebensgefährten Cae Davis, hat sich „Adoptivonkel“ Pomez di Lorenzo gesellt, hinter dem sich der deutsche Musikproduzent Stephan Baader verbirgt, der unter anderem schon mit Samy Deluxe und Dick Brave zusammenarbeitete.

Im Handumdrehen bringt die Sängerin im schwarz-weißen Retrokleid im Stil der 50er-Jahre kubanisches Lebensgefühl in die samtrot-plüschige Atmosphäre des Deutschen Theaters. Mit einer gelungenen Mischung aus kubanischem Son, kolumbianischer Cumbia, Pop- und Weltmusik gelingt ihr ein musikalischer Brückenschlag zwischen zwei Welten.

Organisch greifen die verschiedenen Stile ineinander. Fließend, fast unbemerkt, werden die Instrumente gewechselt. Tochter Lia begeistert am Klavier, vor allem aber an der Geige. Ein echter Hingucker ist die Cajón zum Umhängen, denn so hat man als Musiker Bewegungsfreiheit, was bei den temperamentvollen Rhythmen unerlässlich ist.

Immer wieder gibt die ansteckend fröhliche Mercedes kleine Anekdoten zum Besten wie die zu „Sabado roto“ (defekter Sonnabend). Von Kuba sei sie es gewohnt gewesen, nach Lust und Laune an der Nachbarstür zu klopfen, wenn ihr der Sinn nach Tanzen stand. In Deutschland lernte sie schnell, dass das so nicht möglich ist, vor allem wenn einem noch dazu ein plötzlicher Regen die Frisur ruiniert.

In „Mi Musica“ setzt sie ihrer wahren Heimat, der Musik, ein Denkmal. Sie habe sie durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Das Publikum lässt sich immer mehr mit- und schließlich auch von den Sitzen reißen. So gibt die quirlige Kubanerin mit der kraftvollen, charismatischen Stimme gern noch passende Zugaben wie „Rompe el Caracol“ („Komm aus deinem Schneckenhaus“) und lädt mit der melancholischen Ballade „Atrapa los sueños“ („Fang deine Träume“) eben dazu ein.

Von Marie Varela

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