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Sängerin Schmidt startet ihre zweite Tournee in der Musa

Femme fatal in der Stadt der Sünde Sängerin Schmidt startet ihre zweite Tournee in der Musa

Der Sängerin Femme Schmidt, 25 Jahre ist sie erst alt, eilt ein Ruf voraus. Ein Ruf, der Konzerthallen füllt. Das war vor zwei Jahren so, als sie fast auf den Tag genau ihre erste Tournee in der ausverkauften Musa startete. Damals war sie kurz vorher mit Elton John durch Australien getourt.

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„Emotional Junkie“: die Sängerin Femme Schmidt.

Quelle: Heller

Göttingen. Am Donnerstagabend eröffnete sie ihre Tournee mit dem Titel „Raw“ wieder in dem soziokulturellen Zentrum im Hagenweg, wieder warben die Organisatoren mit großen Namen. Diesmal ist sie neben ihrer eigenen Tour mit Brian Ferry und Lionel Richie unterwegs. Ausverkauft war der Musa-Saal dennoch nicht, aber 150 Besucher sollten es schon gewesen sein.

Schmidt hat sie sich vor zwei Jahren noch genannt, heute heißt sie Femme Schmidt. Frau Schmidt also, was auch ganz schön klingt. Nur international vielleicht nicht. Der Name Frau Schmidt würde auch nicht so gut zu der Bühnenfigur passen, die Schmidt gerne zeigen möchte: die Femme fatal. Dafür hat sie sich in ein knallenges Glitzerkleid gezwängt und trägt waffenscheinpflichtige Stilettos. Dafür nennt sich sich während des Konzertes einmal „emotional Junkie“ und streichelt immer wieder den Mikrophonständer lasziv abwärts.

Dafür gibt es Vorbilder, von denen hat Schmidt, wie sie sich selbst am Ende des Konzertes dann doch wieder nennt, abgeschaut, das ist kaum zu übersehen. Dass der Funke schließlich doch ab der Mitte des Abends überspringt, liegt ein der Qualität der Lieder, die Schmidt selbst schreibt, vor allem aber an der Klasse der Songs des erprobten ersten Albums, die sie an diesem Abend singt – mit einer bemerkenswerten Stimme, die facettenreicher ist, als Schmidt es sich bislang zugesteht. Sie singt sehr kraftvoll, bisweilen zauberhaft zart. Dann röhrt sie, faucht und knarzt. Ihre Band unterstützt sie dabei mit großer Lässigkeit, meist weit unterfordert für die Klasse der Musiker, die Schmidt um sich geschart hat.

Ein Bonmot hatte Schmidt noch parat. Das Lied „Sin City“, „Stadt der Sünde“, habe sie für ihren Wohnort Berlin, ein bisschen auch für London geschrieben, erklärte sie auf der Bühne. Doch jetzt widme sie es Göttingen, den hier solle das Denkmal eines onanierenden Kragenbärs aufgestellt werden, habe sie gelesen. Stimmt.

Als Vorband trat zu Beginn des Abends das Trio Moody Man aus Ulm auf. Die jungen Männer spielten sympathisch klassischen Rock, viel Blues, ein Bisschen Rock’n’Roll, alles gemixt mit Indie, denn Indie ist fast immer drin. Ein gelungener Start in den Abend. Aber ohne wär es auch gegangen.

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