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Samba und Sensibilität zu fünft

Florian Poser’s Brazilian Experience Samba und Sensibilität zu fünft

Mehr als nur ein Hauch von Brasilien wehte durch das Göttinger Apex. Der Vibraphonist Florian Poser war mit seiner hervorragend eingespielten internationalen Formation Florian Poser’s Brazilian Experience zu Gast und hatte heiße Sambarhythmen, Jazzelemente und klassische Melodien im Gepäck.

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Jazz- und Samba-Rhythmen: Das Quintett lässt die Besucher mitgehen.

Quelle: Vetter

Das Quintett spielt in einer energiegeladenen Formation aus Vibraphon (Florian Poser), Trompete (Gustavo Bergalli), Piano (Klaus Mueller), Bass (Itaiguara) und Drums (Portinho). Neben aller von einer solchen Band zu erwartenden Lautstärke bewiesen die fünf Musiker, die sich in der New Yorker Brazil-Jazz-Szene kennen gelernt haben, aber vor allem sehr viel Fingerspitzengefühl, Sensibilität und Fantasie.

Der fast alles bestimmende Rhythmus ist bei Florian Poser und seiner Band der Samba. Und der wird aber keineswegs eintönig oder langweilig, sondern in jedem Stück aufs Neue aufgepeppt durch eine Vielzahl kompositorischer Ideen und einfallsreicher Arrangements. Reine Eigenkompositionen gab es an diesem Abend von dem Quintett ebenso zu hören wie klassisch inspirierte Stücke.

Dabei beweisen die fünf neben der Hochachtung für die Ausgangswerke durchaus Humor. Wer hätte beispielsweise Johann Sebastian Bach zu Lebzeiten darauf vorbereiten mögen, das eines seiner Themen zu einem der bekanntesten Handyklingeltöne unserer Zeit werden würde? Florian Poser lässt den Komponisten mit „Sebastian’s Revenge“ zurückschlagen. Und auch Wolfgang Amadeus würde Augen und Ohren aufsperren, wenn er eines seiner Klavierkonzerte in „Listen Amadeus“ wiederhören würde.

Beide Altvorderen wären aber sicher von der künstlerischen Qualität und dem musikalischen Genuss eingenommen gewesen, mit denen sich ihre Stücke bei Florian Poser präsentieren. Der lateinamerikanische Zuwachs an Kraft und Lebensfreude sowie die mit blue notes versehenen Einsprengsel des Jazz hätte ihnen ziemlich sicher auch gefallen – ebenso wie dem Publikum im Apex, das sich das Mitgehen mit der Musik kaum verkneifen konnte und wollte.

Von Isabel Trezeciok

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