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Scharfe Bläsersätze, rasanter Rap

Flooot und Can Leman & Band im prall gefüllten Musikclub Exil Scharfe Bläsersätze, rasanter Rap

Nach dem letzten Glühwein, Liebesapfel und Poffertjes auf dem Weihnachtsmarkt lädt Flooot zu Beats, Brass und Baklava ein. So lautete die offizielle Ankündigung der Band zu ihrem etwas anderen Weihnachtskonzert im Exil. Und das Sextett um Posaunist und Sänger Philip Holländer hielt was es versprach.

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Blech-Blas-Rap: Das etwas andere Weihnachtskonzert mit den Musikern von Flooot.

Quelle: Vetter

Göttingen. Sie produzieren gerade ein neues Album. Das brandaktuelle Video zu „Ein Liebeslied“ entstand in Bovenden auf der Kirmes. Ihre Mischung aus HipHop, Funk und Pop zu deutschen Texten ist genau die richtige Therapie, um kurz vor den Weihnachtstagen zwischen Gebäck und Gänsebraten den Körper noch mal so richtig in Bewegung zu bringen. Sie nennen es Blech-Blas-Rap und die knappe Bezeichnung trifft ihre Musik auf den Punkt.

„Habt ihr Bock zu feiern? Hier kommt die Flooot!“ Die Ansage von Holländer ist Programm. Mit gestochen scharfen Bläsersätzen und Breaks zu rasantem Rapwechselgesang heizen die drei Frontmänner Janos Löber, Trompete und Matthias Wagemann und Holländer an den Posaunen dem Publikum gleich so richtig ein. Den Groove dazu besorgen Nico Bauckholt, Bass, Florian Pertsch, Gitarre, Stephan Rebellski, Keyboards und Felix Dehnelt an den Drums.

Vorweg gibt es neue Stücke wie das von Löber gesungene „Marathon“. Getragen, fast wie ein Funeral March, kommt „Tok Tok“ und sie singen über den „DJ Ungenuss“. Das Publikum im prall gefüllten Kellermusikclub reitet von Anfang an mit Begeisterung auf dieser groovenden Partywelle. Non Stop brennt die Band einen Knaller nach dem nächsten ab und die Fangemeinde erweist sich als textsicher.

Die Texte sind humorvoll und stets mit einem Hauch Selbstironie gewürzt. „Mein Sofa, wie schön dass es dich gibt, ich glaub´ ich hab´ mich verliebt“. Der groovige „Dr. Evil“ ist „ein Bösewicht von großem Format“, und hat Ohrwurmcharakter. Zu dem Stück gibt es ein aufwendig produziertes Grusel-Video mit fünfzehn Tänzern der Hip Hop Dance Academy, das vor Kurzem auf Schloß Berlepsch gedreht wurde. Mit Enrico Rodriguez alias Löbes zaubern die Musiker eine Parodie mit spanischem Flair auf die Bühne. Es ist Salsa Party.

Zum Ende wird der Ruf nach ihrer Hymne „Göttingen“ laut und sie erfüllen den Wunsch. Der Refrain wird vom Publikum übernommen, das dann feierlich mit geschwenkten Armen zu einer Ballade in den neuen Tag geschickt wird. Faszinierende Show mit Gute Laune Charakter.

Vorweg hat Can Leman & Band versucht, den Pulsschlag der türkischen Metropole Istanbul nach Göttingen zu bringen. Mit seinem etwas eindimensionalen Elektropop mit Hip-Hop- Einschlägen zu türkischen Texten weiß auch er das Publikum zu begeistern.

Von Jörg Linnhoff

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