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Schlicht und begeisternd

BAP in Bad Hersfeld Schlicht und begeisternd

Die Spielzeiten der festen Häuser nähern sich dem Ende, jetzt beginnt die Zeit der Freilichttheater. In Bad Hersfeld haben die Proben für die Festspiele in der Stiftsruine begonnen – mit RTL-Dschungelkönigin Desirée Nick. Zum Auftakt gab die Kölschrockband BAP ein Konzert, das die Fangemeinde zu Superlativen hinriss.

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Beim Konzert 2004 in Göttingen: Wolfgang Niedecken.

Quelle: Heller

Innerhalb von 75 Minuten war das Konzert von BAP in der Bad Hersfelder Stiftsruine ausverkauft. Hunderte von Menschen hatten es sich darüber hinaus auf den Rasenflächen um das historische Gemäuer gemütlich gemacht, um zumindest akustisch dabei zu sein – bis der große Regen kam. Der störte im Inneren der Ruine kaum, denn Publikum und Band saßen unter der himmelfüllenden Plane, die alle Veranstaltungen dort beschirmt. 

Weit war der Weg von BAP vom hinteren Rand der Bühne bis ganz vorne an die Rampe. Man plaudert ein wenig, winkt ins Publikum, umarmt sich – und macht auf diese Weise klar: Heute Abend wird es familiär. Wolfgang Niedecken, Kopf der Band, seit rund drei Jahrzehnten dabei und einer der beiden letzten Ur-BAPs, plaudert sehr verbindlich mit einem Publikum, bei dem er sich erstmal versichert, ob er es duzen darf. Denn immerhin sind wir hier auf heiligem Festspielboden. Wenige junge Gesichter haben sich unter die Besucher gemischt, viele Hardcorefans sind da, aber auch eine Reihe der üblichen Festspielbesucher stellt sich, in ihre Festspieldecken gehüllt, der Herausforderung. Am Ende stehen alle und applaudieren enthusiastisch. BAP hat abgeräumt. Und das mit ganz einfachen Mitteln.

Der Rock von BAP kommt eher schlicht daher. Fünf verschiedene Akkorde reichen in der Regel, manchmal auch drei. Die Texte versteht nur, wer sie sich zu Hause erarbeitet hat, ob sie Kölsch singen oder Suaheli ist nicht wirklich von Belang. Unplugged, also mit akustischen Instrumenten, stellen sie ihr aktuelles Album „Radio Pandora“ vor, doch Niedecken setzt noch einen drauf. Ein ganz spezielles Programm haben sie für diesen Abend zusammengestellt und zwei Gäste eingeladen: die deutsche Geigerin Anne de Wolff und den marokkanischen Percussionisten Rhani Krija, die beide viel bereichernde Klangfarbe einbrachten. Alles zusammen fügte sich zu einem Abend vor allem für Fans und Weggefährten. Doch auch die anderen haben ihr Kommen wohl kaum bereut. So vertraut und irgendwie nah sind Wolfgang Niedecken und BAP nicht immer zu erleben. „Ihr vielleicht bestes Konzert“, urteilt ein BAP-Fan im Internet. Nach diesem Auftakt kann das Festspielensemble richtig durchstarten, darunter auch RTL-Dschungelkönigin Desirée Nick. Sie spielt in Homers „Odyssee“ eine Halbgöttin.

Von Peter Krüger-Lenz

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