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Schlusskonzert der „Göttinger Reihe Historischer Musik“: Ballo Baroque

Gemeinsamer Atem Schlusskonzert der „Göttinger Reihe Historischer Musik“: Ballo Baroque

Dramaturgisch geschickt: Das „Ballo Baroque Ensemble“ aus London schloss den diesjährigen Nachwuchswettbewerb „Göttinger Reihe Historischer Musik“ der Händel-Gesellschaft ab – und bot doch schon einen Ausblick auf die Händel-Festspiele. Schließlich dreht sich dieses Jahr viel um die historischen Beziehungen zwischen Hannover und London.

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Ensemble Ballo Baroque: Randall Scotting, Magdalena Loth-Hill, Elin White, Adrian Phillips, George Ross und Louisa Tatlow (von links).

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das internationale Ensemble betritt die Bühne in der Aula am Wilhelmsplatz am Donnerstag mit einem spannenden Konzept: Die sechs jungen Musikerinnen und Musiker beleuchten die deutsch-britischen Verflechtungen zu Händels Zeit aus der Perspektive italienischer Komponisten.

So stellen sie Händels Vorbild Agostino Steffani vor, der eine Zeitlang in Hannover wirkte. Sie interpretieren Alessandro Scarlatti, den Händel persönlich traf. Ein Werk von Giovanni Battista Bononcini präsentiert einen Zeitgenossen von Händel, der ebenfalls in London wirkte.

Countertenor Randall Scotting, Magdalena Loth-Hill (Violine), Elin White (Violine), Louisa Tatlow (Viola), George Ross (Violoncello) und Adrian Phillips (Cembalo) kommen schnell in Fahrt. Dabei agieren sie weitgehend als eine klangliche Einheit: Zusammen pulsieren sie im Spiel, es scheint von gemeinsamem Atem durchdrungen.

Waage zwischen Affekt und emotionaler Distanz

Countertenor Randall Scotting, der den Abend auch kenntnisreich moderiert, ist das Zentrum des Ensembles und singt souverän, unterstreicht die Texte mit seiner Mimik und hält zum Werk die Waage zwischen Affekt und emotionaler Distanz. Für ihn scheint der Abend in den beiden letzten Händel-Werken zu kulminieren.

Hier begeistert er mit dem Ohrwurm „Fammi combattere“ aus „Orlando“ und berührt mit einer ernsten Arie aus „Rodelinda“.

Die Violinistinnen haben ihren großen Auftritt mit zwei anspruchsvollen Triosonaten des Violinvirtuosen Arcangelo Corelli. Herausragend ist der schwungvoll gespielte Basso Continuo. Das geforderte zeitgenössische Werk passt ebenfalls perfekt ins Konzept: drei alte italienische Lieder, die Luciano Berio modern in Szene gesetzt hat. Bei dem positiven Gesamteindruck des Ensembles verzeiht man kleine Ungenauigkeiten an den Violinen.

Ob das Konzert für das Ensemble erfolgreich war, stellt sich in der kommenden Woche heraus. Dann steht der Sieger des Nachwuchswettbewerbs fest, der im Preisträger-Konzert am 9. Juni in Hardegsen auftritt. Erstmalig zählt dieses Jahr neben dem Votum der Jury auch die Stimme des Publikums.

Von Udo Hinz

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