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Schmeichelnde Klänge mit dem Marais-Consort

Bursfelder Sommerkonzerte Schmeichelnde Klänge mit dem Marais-Consort

Sanft und mild ist der Klang der Viola da Gamba. Im frühen Barock war sie – in vier Größen von der Sopran- bis zur Basslage – für Kammermusik zuständig. Erlesene Stücke aus diesem Repertoire präsentierte das Marais-Consort am Sonntag in der Klosterkirche Bursfelde.

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Marais-Consort in der Klosterkirche Bursfelde: Irene Klein, Brian Franklin, Ingelore Schubert, Hans-Georg Kramer und Hermann Hickethier (von links).

Quelle: Schäfer

Bursfelde. Musik des 17. Jahrhunderts von Demantius, Haßler, Froberger, Kerll, Rosenmüller, Becker, Weckmann und Schütz stand auf dem Programm. Die meisten Komponistennamen sind im üblichen Konzertbetrieb kaum bekannt. Für Abhilfe sorgte Hans-Georg Kramer mit seiner informativen Moderation – wobei er das, was den Unterschied zwischen italienischem, norddeutschem, französischen und anderen Stilrichtungen dieser Epoche ausmacht, vielleicht noch anschaulicher hätte beschreiben können.

Kramer und seine Gamben-Kollegen Brian Franklin, Hermann Hickethier und Irene Klein sowie Cembalistin Ingelore Schubert boten höchst kultivierte, historisch bestens informierte Kammermusik in dem wunderbar weichen Sound ihrer Instrumente. Sie klingen leiser als die Instrumente der Violinenfamilie, verschmelzen viel inniger miteinander, besitzen etwas schmeichelnd Samtenes in ihrer Klangfarbe. Da sorgten einige solistische Cembalo-Beiträge, etwa das vogelstimmenorientierte, mit ansprechender Freiheit interpretierte „Capriccio sopra il Cucu“ von Kerll für erfrischende Abwechslung.

Den Schlusspunkt setzte das Marais-Consort mit einem feinen Arrangement. Kramer hat Chorsätze von Heinrich Schütz geschmackvoll für vier Gamben und Cembalo bearbeitet (darunter „Also hat Gott die Welt geliebt“). In der finalen Galliard war im Dialog zwischen Gamben und Cembalo sogar die Schützsche Doppelchörigkeit wiederzuentdecken. Viel Beifall und beinahe eine Zugabe, das Ensemble hatte schon Platz genommen. Aber gegen das abendliche Sechsuhrläuten mochte es lieber nicht anspielen.

Das nächste Sommerkonzert:

Sonntag, 17. Juli, um 16 Uhr das Aurum-Horn-Quartett. Karten unter Telefon 0 55 41 /1 29 24 und 0 55 41 / 87 68 sowie unter reservix.de.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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