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Schwelgende Momente der Hörner-Fülle

GSO spielt unbekannte Werke großer Meister Schwelgende Momente der Hörner-Fülle

Haydn, Mozart, Beethoven lauten die großen Namen der Wiener Klassik. Bei den Rathaus-Serenaden wurde jetzt mit weniger bekannten Werken dieser Meister das Horn in den Mittelpunkt gesetzt.

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Virtuos: Musiker des Göttinger Symphonie Orchesters im Alten Rathaus.

Quelle: Hinzmann

Die Besetzung, die aus Musikern des Göttinger Symphonie Orchesters bestand, versprach ein ungewöhnliches Bild, setzte sie sich aus einem Streichensemble und zwei Hörnern zusammen.

Ganz in seinem Element schien das Horn in der Sonata da Caccia (Jagdsonate) von einem anonymen Komponisten im Alten Rathaus zu sein. Einen forschen, antreibenden Ton schlugen die Hornisten Kathrin Duschmalé und Attila Holczinger auf ihren Naturhörnern an und ließen so eine Szene der Jagd hörbar werden. Mit Joseph Haydns Cassatio (Abendmusik) ging es beschaulicher weiter. Besonders deutlich wurde in den Unisono-Passagen der Hörner, durch welch voluminöse Klangfarbe das Streichquartett bereichert wurde.
„Ein musikalischer Spaß“ mag sich Wolfgang Amadeus Mozart gedacht haben, als er das gleichnamige Dorfmusikanten-Sextett kombinierte. „Wenn es schief klingt“, führte Attila Holczinger in das Werk ein, „dann gehört das so“. Es schien, als würde Mozart die Atmosphäre einer Landszene musikalisch einfangen wollen und setzte nicht selten die Hornstimmen dissonant gegen die Streicherstimmen. Im Menuetto spielten die Hornstimmen sogar „schief klingend“ gegeneinander, dass den Zuhörern ein Lächeln auf die Lippen zauberte.
Im folgenden Divertimento von Mozart stach eine weitere Besonderheit hervor; die Bratsche nahm den Sitz der zweiten Violine ein. Vor allem das Adagio, ein Trio für Violine, Bratsche und Bass, interpretierten die Musiker sehr lyrisch und expressiv. Es folgten weitere Trios von Ignaz und Anton Böck für zwei Hörner und Bass, bevor die Rathaus-Serenade mit einem Sextett für zwei Hörner und Streichquartett von Ludwig van Beethoven beschlossen wurde. Die Hornisten wechselten hierzu von Naturhorn auf Ventilhorn, das im Anschlag reiner und präziser ist. Schnelle Läufe wurden so besonders virtuos ausgekostet und in schwelgenden Momenten die Fülle des Hornklangs herausgearbeitet.

Von Rhea Maria Richter

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