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Sechs neue Schauspieler im Haus am Wall

Deutsches Theater Göttingen Sechs neue Schauspieler im Haus am Wall

Mit sechs neuen Schauspielern im Ensemble startet das Deutsche Theater in die neue Spielzeit, die in einer Woche mit einem Theaterfest beginnt.

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Sechs Neue verstärken das Ensemble des Deutschen Theaters: Paul Enke, Eve Kolb, Marie-Thérèse Fontheim, Angelika Fornell, Wojo van Brouwer und Paula Hans (von links).

Quelle: Visscher

Dabei werden drei runde Geburtstage begangen: Das Haus am Wall steht seit 120 Jahren, seit 60 Jahren gibt es das Deutsche Theater, am 1. März war der 120. Geburtstag von Heinz Hilpert (1890-1967), dem ersten Intendanten dieses Theaters.

Zwei der neuen Ensemblemitglieder waren zuvor am Nationaltheater Weimar engagiert. Paul Enke (Jahrgang 1983), ausgebildet an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, hat mit Regisseuren wie Tilmann Köhler und Sven Miller zusammengearbeitet. Er hat ein besonderes Faible für Musik, hat viele Jahre Violin- und Gesangsunterricht erhalten und eine große Leidenschaft für deutsche Chansons entwickelt – was er beim Eröffnungsfest unter Beweis stellen wird. Enke freut sich auf die Aufgaben an der neuen Spielstätte, wo ihn ein „verlockendes Ensemble“ erwartet, wie er sagt.

Ebenfalls in Weimar engagiert war zuvor die 1979 in Schwaben geborene Schauspielerin Eve Kolb, die an derselben Hochschule studiert hat wie ihr Kollege Enke. Sie ist schon in vielen Gegenden Deutschlands zu Hause gewesen, in Hannover wie in Bochum, wo sie im Jugendtheater und der freien Theaterszene Erfahrungen sammelte, beim Studium in Berlin und nun in Göttingen. Dass sie mit der Rolle der Hedwig in der „Wildente 2.0“ eine 14-Jährige spielen muss, sieht sie als Herausforderung.

Musikalische Vorlieben bringt auch der 1982 geborene Schauspieler Wojo van Brouwer („ich bin halber Niederländer“) mit. Bevor er am Max-Reinhardt-Seminar in Wien sein Schauspielstudium absolvierte, hatte er eine Ausbildung im Fach Jazzgesang an der Frankfurter Musik-Werkstatt. Sein Göttinger Debüt gab er als Mattias in der „Dreigroschenoper“. Die Rolle des Hjalmar in „Wildente 2.0“ sei eine „wahnsinnig große Aufgabe“, bekennt er und fühgt hinzu: „Darauf freue ich mich tierisch.“

Wie Brouwer wird auch Marie-Thérèse Fontheim beim Theaterfest Proben ihres Könnens zeigen. Sie studierte in Hamburg, hat bislang unter anderem am Forum Freies Theater Düsseldorf, an den Hamburger Kammerspielen sowie im Malersaal des Schauspielhauses Hamburg gespielt und stand für zwei Fernsehserien vor der Kamera. Ihre Lieblingspartie ist bislang die Marie in Büchners „Woyzeck“. Sie wird im DT erstmals in der Uraufführung „Der Tod des Bunny Munro“ zu sehen sein.

Bereits viel Theatererfahrung bringt Angelika Fornell mit, die zunächst als Architektin arbeitete, bevor sie sich der Schauspielerei zuwandte. Von 1993 bis 2003 gehörte sie zum Ensemble des Theaters Bonn, daneben spielte sie in Köln, Wiesbaden, Düsseldorf, Nürnberg und Bielefeld. In Göttingen steht sie erstmals in „Die Mittagsfrau“ als Selma („schwierig und spannend“)und in „Diebe“ auf der Bühne.

Dies sind auch die Stücke, in denen die 1986 in Dresden geborene Paula Hans im Haus am Wall auftreten wird. Göttingen ist das erste feste Engagement der in Leipzig ausgebildeten Schauspielerin, die neben ihrem Studium als Rundfunk- und Synchronsprecherin gearbeitet hat. Bisher gastierte sie unter anderem am Centraltheater Leipzig und arbeitete mit René Pollesch am Schauspielhaus Hamburg.

Von Michael Schäfer

Theaterfest zum Spielzeitauftakt

Mit Kinderschminken, Kostümverkauf, Mal- und Bastelaktionen beginnt das große Theaterfest des Deutschen Theaters am Sonnabend, 11. September, um 14 Uhr vor und im Theater. Dazu gibt es Theaterführungen und -rallyes, Workshops und Vampirfliegen. Im Studio gibt das „junge schauspiel“ einen Ausblick auf die Spielzeit, im Rangfoyer ist eine Ausstellung über Heinz Hilpert zu sehen. Nachmittags wird im Keller der ZDF-Film „Theaterlandschaften Göttingen“ gezeigt.
Barbara Schnitzler und Helmut Mooshammer vom DT Berlin lesen im Studio um 18 Uhr aus dem Tagebuch, das Hilpert in den Jahren 1944/45 für seine jüdische Geliebte und spätere Ehefrau Annelies Heuser schrieb. Um 19 Uhr präsentieren Ensemblemitglieder neue polnische Dramatik, bevor um 20 Uhr die Jubiläumsshow im Großen Haus beginnt: „Von der Muse geküsst – eine Revue zum 120. Geburtstag des Theaters am Wall“. Diesen szenisch-musikalischen Rückblick begleitet die Theaterband unter der Leitung von Hans Kaul. Für diese Revue gibt es kostenlose Platzkarten an der Theaterkasse. el

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