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Serenade im Alten Rathaus Göttingen

"Senza basso" Serenade im Alten Rathaus Göttingen

Kammermusik kann eine intime Angelegenheit sein. Werke für maximal drei Instrumente standen am Montag auf dem Programm der Serenade im Alten Rathaus. „Senza basso“ hieß das Motto des Abends mit Musik für Bratsche allein, für Violin-Duo, Violine und Bratsche sowie für zwei Violinen und Bratsche.

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Harmonisches Zusammenspiel: Christina Toparkus (links) und Jordi Herrera Roca.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Solche Stücke sind ausgesprochen selten zu hören. Deshalb gebührt den drei Streichern des Göttinger Symphonie-Orchesters – den Violinisten Christina Toparkus und Jordi Herrera Roca sowie dem Bratscher Atsushi Komatsu-Hayakawa – ein besonderer Dank für diese zarten Delikatessen.

Komatsu-Hayakawa eröffnete den Abend mit Bachs dritter Suite für Violoncello solo in einer Bratschen-Bearbeitung. Das funktioniert prächtig – zwar fehlt der Bratsche gegenüber dem Violoncello die tiefe Oktave, die Suite gewinnt dafür aber erheblich an Leichtigkeit und Helligkeit, besonders wenn sie einen so ausdrucksstarken und klug gestaltenden Interpreten wie Komatsu-Hayakawa besitzt.

Toparkus und Herrera Roca präsentierten anschließend ein Duett für zwei Violinen von Louis Spohr: eine sehr elegante, virtuose Musik, in der die beiden Stimmen miteinander singen, Komplimente tauschen und ihr Temperament wirkungsvoll vereinen.

In Mozarts Duo für Violine und Viola bewies Komatsu-Hayakawa nachdrücklich, dass eine Bratsche sehr wohl eine Unterstimme darstellen kann, auch wenn sie nicht in Bass-Tiefen vorstößt. Stellenweise lässt Mozart hier sogar die Geige die Unterstimme zur Bratsche spielen – eine wunderschön verkehrte Welt.

Mit dem musizierfreudigen, folkloristisch gefärbten Dvořák-Terzett op. 74 beschlossen die drei sehr engagiert musizierenden Streicher den anregenden, sozusagen in vertraulichem Ton gestalteten Abend, für den die Zuhörer lang anhaltenden Beifall spendeten.

Die bereitwillig gewährte Zugabe war ebenfalls eine Besonderheit: Edward Elgars „Salut d’amour“ in einem rhythmisch modernisierten, ungemein pfiffigen Arrangement des Bratschers Atsushi Komatsu-Hayakawa.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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