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Reise Richtung Norden

Seven Up in der Stadthalle Reise Richtung Norden

Das Weihnachtskonzert der A-cappella-Formation Seven up hat Tradition.  Es gehört für viele Göttinger zum Fest wie Kerzen oder Weihnachtsbraten. Zwei Abende haben die Fans die Stadthalle gefüllt.

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Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Die Stimmung ist freudig und voller Erwartung. Kleine Weihnachtsmänner und Engel offerieren Kekse und auf den Sitzplätzen liegt ein handgezeichneter, kopierter Liederzettel. So persönlich kann es in einem großen Saal wie der Stadthalle zugehen. „In the air tonight“ von Phil Collins ist dann ein spannungsgeladener Auftakt der zwei Sängerinnen und vier Sänger, klassisch in Schwarz gekleidet.

„Es geht auf Abenteuerreise übers Nordmeer“, verkünden Heike Neumeyer und Christiane Eiben anschließend. Im gar nicht so fernen Elfenland Island herrschten ganz andere Sitten. Nicht nur, dass Bauarbeiten gestoppt würden, wenn Trolle oder Elche in der Nähe gesehen würden, auch in Bezug auf Weihnachten gehe es mit dem Glauben an das Trollweib „Grýla“ und ihre dreizehn Trollbabies anders zu. „Wenn du nicht artig bist, kommt Grýla und frisst dich auf“, so laute die düstere Pädagogik in Island. Das musikalischste und liebenswerteste von Grýlas Kindern hat der Chor nach Göttingen eingeladen. Der isländische Singer und Songwriter Svavar Knútur erobert das Publikum im Sturm mit seiner überraschenden Mischung aus burschikosem Humor und sensiblem Gesang.

Er liebe deutsche Wörter wie „Weltschmerz, Wanderlust und Waldeinamkeit“, so Knútur, der sich zur allgemeinen Erheiterung auch – gar nicht eitel – in einem doch sehr stramm sitzenden Weihnachtspyjama zeigt und verkündet, dass Musik besser für den Menschen sei als Sport. Das glaubt man ihm – gerade jetzt – nur allzu gern.

Neumeyer und Eiben genießen ihre Duette mit dem vierzehnten Troll sichtlich. Aber auch das Publikum kommt nicht davon ohne zu singen. So wird „Stille Nacht“ an diesem Abend in vier Sprachen und gemeinsam mit den Zuhörern gesungen, und es gibt eine raffiniertes Arrangement von „Es ist ein Ros’ entsprungen“ und Seals „Kiss from a rose“. Die „gesetzliche Vorgabe von Weihnachtsliedern für ein Weihnachtskonzert“, wurde mit dem Weihnachtslied-Quiz der singenden Mönche mehr als erfüllt. Mit „Living years“ von Mike and the Mechanics wird die Weihnachtsbotschaft des Abends mit stimmungsvoller Bildinstallation transportiert: Sich laut und deutlich die wichtigen Dinge sagen, bevor es zu spät ist.

Neben der musikalischen Qualität ist es die sichtliche Freude an ihrem gemeinsamen Tun, die Seven up – Gregor Jess, Christoph Jess, Benjamin Stürzenhofecker, Torsten Uhlendorff, Christiane Eiben und Heike Nemeyer – so einzigartig machen. Seit mehr als 20 Jahren singen und sagen sie laut und deutlich, was ihnen wichtig ist. Das Publikum lässt sie auch deswegen nicht ohne Zugaben ziehen.

Von Marie Varela

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