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Shakespeares „Macbeth“ vom Theater für Niedersachsen

Aus der Blechkiste Shakespeares „Macbeth“ vom Theater für Niedersachsen

Krieg im Theater geht so: Männer prügeln auf den Bühnenboden ein, schütten einander das Blut eimerweise auf den Kopf, brüllen herum und machen Krach, wenn sie mit Schwertern übers Wellblech ratschen.

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Martin Molitor und Simone Mende in „Macbeth“.

Quelle: Hartmann

Hildesheim. Dazu kommt reichlich Theaternebel sowie Death-Metal-Gitarrengejaule aus den Lautsprechern. So hebt am Theater für Niedersachsen Shakespeares „Macbeth“ an. Und so geht es gut zweieinhalb Stunden weiter. Regisseur Gero Vierhuff lässt es in dem Wellblech-Bühnenkasten so richtig krachen. Martin Molitor gibt einen kräftigen, kampfeslustigen Macbeth, Katharina Wilberg eine erst ganz bodenständige, später rasende Lady Macbeth.

Vieles ist laut. Aber nie wird es wirklich ernst. Kaum jemals wird es bedeutend. Nur selten sind Shakespeares Worte wirklich gut zu hören. Alles versinkt in Bühnennebel und Spielerei. Das große Spiel um Macht und Mord, um Ahnung, Gier und Angst schrumpft zu einer unangenehmen Theaterklamotte.

Aber vielleicht ist das sogar Absicht. Vielleicht steht nicht das Macht- und Angstspiel im Zentrum dieser Inszenierung, sondern: das Theater in seiner unangenehmen Form – als Billigspiel und Dröhnbude. König Duncan und Macduff werden hier von Frauen gespielt (Simone Mende und Michaela Allendorf, die beide ihre Sache recht gut machen). Warum? Vielleicht geht es dem Regisseur darum zu zeigen, dass im Theaterspiel vieles möglich ist. Dass immer etwas geht.

Die Besetzung könnte auch profaner zu erklären sein: Ausreichend männliche Darsteller standen offenbar nicht zur Verfügung, und das Theater hat nicht die Mittel, teure Gäste zu engagieren. Also nimmt man die Billigvariante. Aber so wirkt es dann auch.

Von Ronald Meyer-Arlt

Wieder am 10.November um 19.30 Uhr, im Großen Haus, Theaterstraße 6 in Hildesheim.
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