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Singende Regieassistentin

Junges Theater Göttingen Singende Regieassistentin

Seit zwei Monaten arbeitet die Regieassistentin Antonina Nagle beim Jungen Theater (JT). Jetzt steht sie zusätzlich auch noch im Stück „Money, Money, Money“ auf der Bühne.

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Karrieresprung: Regieassistentin Antonina Nagle.     

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Bierflaschen mit den Zähnen zu öffnen, muss die 27-Jährige zwar noch üben, aber sonst läuft es gut bei ihr. Im Musical „Money, Money, Money“ ist sie für die ausgefallene Schauspielerin Eva Schröer eingesprungen.

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Die Produktion „Money, Money, Money“ ist im Jungen Theater, Hospitalstraße 6, am 6., 14. und 20. Mai, um 20 Uhr und am 4. Juni um 19 Uhr zu sehen. Kartentelefon: 05 51 / 49 50 15.

Bierflaschen mit den Zähnen zu öffnen, muss die 27-Jährige zwar noch üben, aber sonst läuft es gut bei ihr. Im Musical „Money, Money, Money“ ist sie für die ausgefallene Schauspielerin Eva Schröer eingesprungen. Sie spielt das Mädchen Lucy, das sich mit Nebenjobs versucht, über Wasser zu halten, und beim Kellnern Flaschen mit den Zähnen öffnet.

Diese und andere Szenen wurden vorerst gestrichen. Wichtig ist vor allem Nagles Auftritt mit dem Song „Money, Money, Money“ von Abba. „Ich singe seit zehn Jahren im „The Living Gospel Choir““, erzählt Nagle, die ihren Master in Kunstgeschichte und Germanistik gemacht hat und auch bei der monatlichen Blues‘n‘Boogie-Küche und auf Hochzeiten singt. Musik und Theater liegen der Russin, die vor 13 Jahren nach Göttingen kam, im Blut: Ihre Eltern sind Regisseure, die Großeltern arbeiteten an der Oper.

An die Rolle ist sie durch Zufall gekommen: Sie verbrachte mit Tobias Sosinka, Dramaturg des JT, der nach einer Lösung für den Ausfall suchte, gerade eine Pause. Weil sie kurzfristig Ersatz brauchten und er durch Gespräche mit ihr wusste, dass Nagle singt, fragte er sie. Der musikalische Leiter Fred Kerkmann war direkt einverstanden, weil er Nagle aus ihrer Schulzeit von einem Musicalprojekt kannte.  „Gesanglich bin ich in dem Stück unterfordert: Ich singe nur ein Lied“, sagt Nagle, am liebsten würde sie mehr singen. Sie freut sich aber sehr, mit Profi-Schauspielern aufzutreten.

„Ich kann die Situation von Lucy nachvollziehen“, sagt Nagle. Wie ihre Bühnenfigur musste sie sich ein Jahr lang nach dem Studium freiberuflich in Theatern durchschlagen. „Man arbeitet richtig viel und oft reicht das Geld trotzdem nicht“, sagt sie, und ist glücklich, jetzt eine feste Stelle am JT zu haben und sich keine Sorgen mehr um Aufträge machen zu müssen.

Auch wenn sie nicht das erste Mal auf der Bühne steht, ist Nagle, die während des Studiums am ThOP inszenierte („Haltestelle Geister“ (2012) und „Alles Liebe“ (2011)), vor jedem Auftritt aufgeregt. Kein Wunder: Nach nur einer Probe musste sie mit „Money, Money, Money“ auf die Bühne. „Ich habe mich direkt wohlgefühlt“, sagt sie.

Wirklich stressig wird es für die junge Frau mit den dunklen, lockigen Haaren und den Notenschlüssel-Ohrringen, wenn sie an einem Abend Requisiten anordnen und spielen muss. Auch die Brötchen, die sie dabei hat, sind als Requisite gedacht. „In den Endproben kommt man oft gar nicht dazu, in ein Brötchen zu beißen“, sagt sie lachend.

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