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Musik zur Verbreitung des Evangeliums

Stadtkirchengemeinde Hann. Münden Musik zur Verbreitung des Evangeliums

Volkslieder und Choralbearbeitungen in deutscher und lateinischer Sprache sind im Wittenberger Chorgesangbuch zusammengefasst. „24 Texte schrieb Luther selbst – und das neben seiner ganzen anderen theologischen Arbeit“, berichtete Ralph Voß, Kirchenvorsteher und Lektor im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hann. Münden.

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Pianist Christian Möller.

Quelle: Wesche

Hann. Münden.  Während der Sommerlesetour des Kirchenkreises machte er am Donnerstagabend im Hann. Mündener Ochsenkopf Station.

Nur sieben Jahre nach Luthers Veröffentlichung der 95 Thesen erschien das erste Gesangbuch. Der Reformator öffnete nach Angaben von Voß die Gottesdienste für den Gesang. Gemeinsam mit dem Musiker Christian Möller arrangierte er das Programm „Luther und die Musik“.

Neben zahlreichen Informationen über die Bedeutung der Musik um 1530 gab Voß auch einen Einblick in Luthers eigenes Verhältnis zu Gesang und Instrumenten. „Schon in seiner Jugend war Luthers musikalisches Talent erkennbar“, erklärte Voß. So habe er neben der Flöte auch das Spiel der Laute erlernt und habe nach Überlieferungen eine „feine helle Stimme zum Reden und Singen gehabt“.

Musik zum Reformationsgedanken

Musik sei für den Reformator ein „Begleiter in allen Lebenslagen“ gewesen, berichtete Voß weiter. So habe Luther selbst beschrieben, dass die Tonkunst eine „aufmunternde und heilende Wirkung besitze“. Auch gab er die Anregung an das Volk, Psalme des Evangeliums in Strophenlieder umzuarbeiten. Noch heute haben viele Kirchenlieder ihren Ursprung in der Reformationszeit.

Luther nutzte die Musik aber vor allem zur Verbreitung des Reformationsgedanken. „Das Evangelium wurde durch Gesang gestreut“, erzählte Voß und erklärte weiter: „Die Worte haben die Menschen durchdrungen. Sie wurden verstanden und weitergetragen.“ In der katholischen Kirche gab es bis zu diesem Zeitpunkt kaum Gesang - außer vom Chor der Mönche und der Priester. Luther erreichte mit seiner eigenen Liebe zur Musik ein neues Selbstverständnis für den allgemeinen Volksgesang im Gottesdienst.

Auch am Donnerstagabend schien es fast selbstverständlich, dass die etwa 50 Besucher der Sommerlesetour die musikalischen Einlagen von Pianist Möller mit Gesang begleiteten. Die Liedtexte wurden mit einem Beamer an die Großleinwand der Galerie geworfen. Möller begleitete die Gäste auf einem Klavier. „Ich spiele heute keine Orgel wie in der Kirche üblich, denn auch zu Luthers Zeit gab es in den Gottesdiensten kaum instrumentale Begleitung.“

Möllers Anspruch an den musikalische Teil des Abends war nach eigenen Angaben, die „harmonisierende Improvisation, um den Texten einen besonderen Charakter zu verleihen.“ Außerdem erklärte er: „Ich will dem Publikum auch einen kleinen Einblick geben, wie Töne entstehen.“ Der Pianist spielte so zunächst die einfache Notenfolge eines Liedblattes, ergänzte diese um eine zweite Stimme auf dem Klavier und erweiterte das Arrangement im dritten Vorspiel um den Bass. Auf diese Art entstand aus dem um 1538 geschriebenen Lied „Die schönste Zeit im Jahr ist mein“ ein kleines musikalisches Glanzlicht.

Von Susanne Wesche

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