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Ganz weit vorn

Sophie Hunger im Kulturzelt in Kassel Ganz weit vorn

Sophie Hunger stammt aus der Schweiz. Deutsch sprechen sie dort, dazu Schwyzerdütsch, Französisch und Italienisch. Musik, wie Hunger sie schreibt, hat also allen Grund, vielgestaltig und oft überraschend zu sein. Das präsentierte sie dem Publikum im Kulturzelt am Sonnabend.

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Sehr fröhlich, ganz entspannt: Sophie Hunger.

Quelle: PEK

Kassel. „Hey. Wie geht’s“, fragt Hunger irgendwann an diesem Abend das Publikum. So etwas fragen Musiker bei Konzerten. Die Antwort ist dann immer ein lautes Gegröle. „Gut geht’s uns mit dir“, soll das heißen. Ungewöhnlich diesmal: Hunger antwortet darauf. Eigentlich wolle sie das ja gar nicht wissen.

Eine zu große Verantwortung. Upps. Hunger ist eigenwillig, ein bisschen trotzig und ein wenig seltsam – so wie ihre Musik. Hunger leistet sich in ihren Liedern Vielsprachigkeit. Sie singt auf Englisch, Französisch, Deutsch und, tatsächlich, Schwyzerdütsch.

Gerade letzteres hat sich inzwischen herumgesprochen, die Besucher im Kulturzelt bejubeln das. Ähnlich vielgestaltig ist auch ihr musikalisches Repertoire. Das reicht von typischem Indierock über Singer/Songwriter-Melodien bis hin zu Rap, Tango, fettem Blues und Jazz. Mindestens. 

Textlich ist sie ganz weit vorn. Sie dichtet treffsicher über das Leben und die Liebe, reich an Worten. 33 Jahre ist sie inzwischen alt und blickt auf drei international geführte Lebensjahrzehnte zurück, die ihr der Diplomatenberuf des Vaters bescherte. Das mag auch ein Grund dafür sein, dass die Musikerin mit der großen, facettenreichen Stimme viel Bühnenpersönlichkeit ausstrahlt. Mit der überstahlt sie auch ihre Bandkollegen, was nicht selbstverständlich ist.

Der Belgier Geoffrey Burton (Gitarre), Alexis Anerilles (Klavier, Flügelhorn) aus Frankreich, der Schweizer Simon Gerber (Bass, Klarinette) und Alberto Malo (Drums) aus der französischsprachigen Schweiz sind allesamt gestandene Musiker. Gemeinsam mit Hunger sind sie eine internationale Familie, die sich laut Hunger noch nie gestritten hat, hochkarätig, professionell und homogen. Homogener als die Setliste des Abends, die immer wieder überraschende Wendungen parat hatte.

So coverte Hunger, diesmal am Klavier, „Purple Rain“ von Prince – eine echte Herausforderung. Sie entfernte das genialisch-überdrehte des in diesem Jahr gestorbenen Musikers und erdete dieses prachtvolle Lied. Eigentlich hat sie es sogar innig umarmt. Das hätten sicherlich auch viele Fans gerne mit Hunger getan. Doch so nahbar ist sie nun wirklich nicht.

Die nächsten Konzerte:

Mittwoch, 20. Juli: Calexico (USA) Donnerstag, 21. Juli: Glasperlenspiel (Deutschland) Freitag, 22. Juli: Jesper Munk (Deutschland) Sonnabend, 23. Juli: Nneka (Nigeria) Sonntag, 24. Juli: Sunset Suns (Grobritannien, Australien) Mittwoch und Donnerstag, 22. Und 23. Juli: Joris (Deutschland) Freitag, 29. Juli: John McLaughlin (Great Britain) Sonnabend, 30. Juli: Candy Dulfer (Niederlande) Sonntag, 31. Juli: Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr. Kartentelefon: 0561/788060.

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