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Sopranistin Friederike Gebhard in der Nikolausberger Klosterkirche

Kontrapunkt Bach Sopranistin Friederike Gebhard in der Nikolausberger Klosterkirche

In der Festspielstadt Göttingen steht Georg Friedrich Händel, wenn es um Spätbarock geht, an erster Stelle. Johann Sebastian Bach kommt erst auf Platz zwei.

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Friederike Gebhard mit „Musica Affettuosa Borussia“.

Quelle: Heller

Göttingen. Die junge Sopranistin Friederike Gebhard bot jetzt in der Klosterkirche Nikolausberg einen Kontrapunkt: Zusammen mit dem Potsdamer Barock-Ensemble „Musica Affettuosa Borussia“ und unter der Leitung des Cembalisten Antonius Adamske bot sie ein Bach-Programm.

Die Sängerin wählte sich für den Abend zwei Solokantaten des Komponisten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine ist geistlich und handelt vom Sterben (Ich habe genug BWV 82), die zweite ist weltlich und kündet von der Liebe (Weichet nur, betrübte Schatten BWV 202). Die junge Sopranistin ist Jahrgang 1992 und mehrfache Preisträgerin bei „Jugend musiziert“. Sie singt die Arien mit klarer und warmer, kunstvoller aber zugleich auch natürlicher Stimme. Dabei kann sie tief melancholisch oder vor Freude jubilierend singen. Ihr Rezitativ ist gut verständlich.

Begleitet wird sie auf zwei Violinen, Viola, Barock-Cello, Traversflöte und Cembalo. Die Nachwuchssängerin lässt sich vom Ensemble mitreißen. Sie überzeugt aber auch, wenn sie nur vom Basso Continuo aus Cembalo und Cello begleitet wird. Dann glänzt sie mit Vokal-Verzierungen.

Zwischen den Kantaten spielt das junge Barockensemble zusammen mit Adamske am Cembalo Bachs Orchestersuite Nr. 2 in h-Moll. Bei dem Sextett wird das Werk zur Kammermusik – mit dem Reiz eines transparenten Klanges und stärkerer Präsenz jeden Instruments.

Dies und das historisch informierte Spiel auf den Barock-Instrumenten lässt die Musik filigran und leicht wirken. Hier glänzen insbesondere Hannes Immelmann an der Traversflöte und Violinistin Erika Takano-Farck. Schwungvoll beendet das Ensemble das Werk mit der berühmten tänzerischen Badinerie, dem die Musiker eigene Akzente geben.

Von Udo Hinz

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