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Spaß mit Kunst

Künstler Christian Jankowski im Gespräch Spaß mit Kunst

Christian Jankowski ist vielbeschäftigt. Er stellt selbst aus, an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste Stuttgart lehrt er. Derzeit kuratiert er die Ausstellung Manifesta 11 in Zürich. Für einen Besuch zum 150. Jahrestag des Hainberg-Gymnasiums kommt er am Montag in seine Heimatstadt Göttingen.

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Gefragter Künstler: der in Göttingen aufgewachsene Christian Jankowski.      

Quelle: Baumgartner

Göttingen/Berlin. Sein ehemaliger Kunstlehrer habe ihn angerufen und ihn zu einem Kunst-Talk eingeladen, sagt Jankowski. Kurz vor dem Abitur habe der den Kurs übernommen. Er habe es Ehrensache empfunden, dem Hainberg-Gymnasium zum Geburtstag zu gratulieren.

Als bekennender Fan des Deutschrockers Udo Lindenberg sei er während seiner Schulzeit als „Mister Cool himself“ mit Nietenarmband durch die Gänge des Gymnasiums gegangen, erinnert sich Jankowski. Zurückzukommen sei „unendlich sentimental, jetzt wieder durch die Gänge zu gehen“. Und: „Ich habe die ganze Schulzeit über Zigaretten verachtet.“ Dennoch habe er sich damals in den Pausen immer in der Raucherecke aufgehalten.

Kunst hatte Jankowski als Leistungsfach gewählt. „Natürlich ist Kunst wichtig in der Schule“, ist er auch heute noch überzeugt. Denn: „Ich glaube daran, dass man Leute braucht, die einem diese Tür öffnen. Mit Kunst kann man jede Menge Spaß haben im Leben. Man kann sich in ihr verlieren, aber auch finden“

Natürlich locke ihn auch eine gewisse Neugier zurück nach Göttingen. Deswegen komme er trotz der Manifesta, einer Großausstellung in Zürich, die Jankowski nach seinen Vorstellungen entwickelt. Derzeit sei dort „alles in Aufregung. Ich habe die Kontrolle komplett verloren – aber es wird gut“, sagt er.

Derzeit arbeite er an einer Fotoserie für ein großes Magazin, erklärt Jankowski. Für eine Ausstellung im Haus am Lützowplatz in Berlin plane er eine Schau über Kunst am Bau – am Flughafen Berlin, dessen Eröffnung sich immer wieder verzögert, und für Januar sei eine Ausstellung in der Galerie Petzel in New York geplant.

Zu Jankowskis künstlerischen Strategien gehört es, immer wieder die Mechanismen des Kunstbetriebs zu unterlaufen. So ließ er Anfang des Jahres eine Ausstellung mit seinen Videoarbeiten in der Contemporary Fine Arts Galerie von der Schauspielerin Nina Hoss kuratieren. Die war vor etwa einem Jahr in der Göttinger Fußgängerzone gesehen worden. Mit Jankowski? „Nein“, sagt er. Sie habe ihm auch nichts von einem Göttingen-Besuch erzählt. Aber: „Ich habe ihr ganz viel zu verdanken, weil sie sich sehr um meine Ausstellung gekümmert hat – eine geniale Frau, ein Superstar“, sagt Jankowski und verrät kurze Zeit später, was er den Hainberg-Schülern mit auf den Weg geben will: „Künstler zu sein, ist kein schlechter Beruf, Leute.“

Zur Person

Christian Jankowski ist 1968 in Göttingen geboren. Am Hainberg-Gymnasium absolvierte er sein Abitur. Seine Bewerbung an  der Hochschule für bildende Künste Hamburg wurde abgelehnt, also studierte er dort als Schwarzhörer. Erste Bekanntheit erlangte er mit einer Videoarbeit, die ihn als Indianer auf der Jagd mit Pfeil und Bogen in einem Supermarkt zeigt. 1999 nahm er mit eine weiteren Videoarbeit an der Biennale in Venedig teil. Dafür telefonierte er mit fünf bekannten italienischen Wahrsagerinnen und fragte sie, ob seine Biennale-Arbeit erfolgreich und er berühmt werde. Am Montag, 23. Mai, besucht er um 19 Uhr das Hainberg-Gymnasium für einen Kunst-Talk mit seinem ehemaligen Kunstlehrer Holger Walleck. Die Veranstaltung ist Teil der über das ganze Jahr verteilten Aktivitäten zum 150. Geburtstag der Schule.  

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