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Spiel mit Sinn und Unsinn, mit Sprache und Musik

14. Göttinger Innenhof-Theaterfestival Spiel mit Sinn und Unsinn, mit Sprache und Musik

Was ist Sinn, was Unsinn? Menschen, die sich vorwiegend mit vernünftigen Dingen befassen und von der Wichtigkeit beispielsweise des Geldes überzeugt sind, wissen darauf eine schnelle Antwort. Doch wer einmal den kringeligen Gedanken eines Karl Valentin versucht hat zu folgen, dürfte sich da längst nicht sicher sein. Diese Philosophie ist jedenfalls recht eigensinnig.

Der österreichische Wolfram Berger, 1997 mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet, vom Österreichischen Rundfunk 2001 zum Schauspieler des Jahres gewählt, widmet sich beim 14. Göttinger Innenhof-Theater-Festival den Texten Karl Valentins. „Sturzflüge im Zuschauerraum“ heißt sein Programm. das er am Freitag, 3. September, um 22 Uhr vorstellt. Über dieses Programm schrieb der Zürcher „Metropol“: „Karl Valentin hockt unter den Zuschauern und grinst“, die Basler Zeitung bewertete es als „komisch, absurd und toll“.

Mit einem nicht minder unalltäglichen Programm gastieren der Schauspieler und Opernregisseur Peter Schweiger zusammen mit der Pianistin Petra Ronner am Sonnabend, 4. September, um 23 Uhr beim Festival. „Laute Zählung“ haben sie ihr Gastspiel genannt, bei dem sie Melodramen, Sprechmusik und Musiksprachen von der Romantik bis zur Gegenwart vorstellen. Dabei reicht die Palette der Autoren und Komponisten von harmlos-heiteren Beispielen bis zu existentiell-dramatischen Stücken von Hugo Ball, Ferruccio Busoni, Ingrid Fichtner, Ernst Jandl, Tom Johnson, Mischa Käser, Thomas Kling, Franz Liszt, Thomas Meyer, Oskar Pastior, Gerhard Rühm, Ludwig Wittgenstein, Unika Zürn und Alfred Zimmerlin.

Peter Schweiger, der aus Wien stammt, spielt vor allem in Schweizer Theatern. 2001 wurde er dafür mit dem Reinhart-Ring geehrt. Ihn faszinieren die Übergänge vom Deklamieren zum Singen, vom Sprechen zu Krächzen. Stilistisch spannt sich der Bogendes Programms von den romantischen Melodramen bis zu ihren zum Teil recht unartigen Nachfolgern späterer Epochen. Inhaltlich vermitteln die beiden zwischen Liebesthemen und sprachtheoretischen Überlegungen, doch lassen sie dabei die Unterhaltung nicht zu kurz kommen.

Für die Gastspiele von Wolfram Berger sowie von Peter Schweiger und Petra Ronner sind noch Karten im Vorverkauf erhältlich, ebenso für den Jandl-Abend mit Norbert Schwientek: exklusiv an der DT-Theaterkasse, Theaterplatz 11. Für die übrigen Gastspiele ist der Vorverkauf abgeschlossen, doch gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.

Von Michael Schäfer

  Das Programm
 

Freitag, 3. September
20 Uhr: „Das Herz eines Boxers“ von Lutz Hübner mit Hubert Kronlachner und Laurin Buser
22 Uhr: „Sturzflüge im Zuschauerraum“ von Karl Valentin mit Wolfram Berger
Sonnabend, 4. September
19 Uhr „Cantor und Clown – ein komponierter Briefwechsel“ von Marlene Breuer, gelesen von Leslie Malton und Felix von Manteuffel
21 Uhr „Im Stillen“ von Clemens Mägde mit Juliane Koren und Martin Wolf
23 Uhr „Laute Zählung“ von und mit Peter Schweiger und Petra Ronner

Sonntag, 5. September
19 Uhr „Der Humanismus“ und andere Texte von Ernst Jandl, gelesen von Norbert Schwientek
21 Uhr „Azzurro“ mit Daniel Rohr

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