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Leidenschaftliche Liebesgeschichte

Staatstheater Kassel: "Le Nozze di Figaro" Leidenschaftliche Liebesgeschichte

Als „Welttheater der Liebe“ hat Walter Felsenstein die bekannte Mozart-Oper „Le nozze di Figaro“ bezeichnet. Uraufgeführt wurde das Stück 1786 in Wien. Das Staatstheater Kassel hat die verwirrende Liebesgeschichte nun wieder auf die Bühne gebracht.

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Auf Krawall aus: Graf Almaviva (Sebastian Noack) und Gräfin Almaviva (Elizabeth Bailey).   

Quelle: Klinger

Kassel. Mit 15 Minuten Verspätung begann die Premiere von „Le nozze di Figaro“ – ein Solist hatte gedacht, die Vorstellung beginne erst um 19.30 Uhr. So führte Thomas Bockelmann, Intendant des Staatstheaters Kassel, noch ein wenig in das Programm der neuen Spielzeit ein. „Wir sind Menschen und Menschen machen Fehler“, sagt er – das Publikum verzeiht ihm.

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts „Le nozze di Figaro“ bringt das Staatstheater eine der berühmtesten Opern der Musikgeschichte auf die Bühne, uraufgeführt am 1. Mai 1786 am Burgtheater in Wien. „Le nozze di Figaro“ in der Inszenierung von Tobias Theorell ist eine verwirrende, leidenschaftliche Liebesgeschichte, die zu seiner Entstehungszeit im spanischen Sevilla spielt. Dem scheinbar glücklich verheirateten Graf Almaviva steht der Sinn nach einer Affäre mit der Kammerzofe Susanna, die allerdings mit Figaro liiert ist, einem Bediensteten des Hofes. Der Graf bemüht sich um die Liebe Su­sannas und führt das gerade erst von ihm abgeschaffte Ius primae noctis wieder ein, um die erste Nacht mit Susanna verbringen zu können. Auch Cherubino, ein Page, sowie die Haushälterin Marcellina und der Arzt Bartolo versuchen, die Hochzeit zu verhindern.

Bühnenbild und Ausstattung versetzen das Stück ins 21. Jahrhundert: So verfolgt Susanna die Gräfin mit ihrem Bügeleisen, mit dem sie zuvor absichtlich ein Loch in den Rock der Gräfin gebrannt hatte. Der Gärtner läuft mit der Kettensäge auf und ab, und ein Running Gag zieht sich durch das gesamte Stück: Nie Schaffen es die Protagonisten, ihre Zigaretten anzuzünden, und das defekte Feuerzeug landet immer in der Ecke.

Auch im rauschenden Hochzeitsfest zeigt sich der humorvolle Charakter der Inszenierung, als Menschen aus den Türen drängen, teilweise mit Tiermasken auf den Köpfen. Als die Brautpaare zum Hochzeitstanz antreten, verfallen Menschen und Tiere in einen roboterähnlichen Tanz. Pferd, Bär und Schwein bewegen sich wie in Zeitlupe.

Stimmlich überzeugt vor allem Celine Byrne in der Rolle der Gräfin Almaviva, deren Gesang beim Solo im dritten Akt perfekt und fließend in die abklingende Musik übergeht. Auch Lin Lin Fan als Susanna singt sehr klar, zu Anfang des Abends allerdings etwas leise. Das Orchester unter der musikalischen Leitung von Patrik Ringborg spielt auf sehr hohem Niveau.

Termine im Opernhaus des Kasseler Staatstheaters, Friedrichsplatz 15: 1., 6., 12., Oktober (jeweils 19 Uhr), 16. Oktober (16 Uhr), 23. Oktober (18 Uhr), 11. November, 2., 10., 27. Dezember (jeweils 19 Uhr) sowie weitere Termine im neuen Jahr bis zum 23.06.17.

Kartentelefon 05 61 / 10 94 222.

Von Tomke Aljets

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