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Stärkung mit Schnaps und Cocablättern

Enthnografisches Filmfestival in Göttingen Stärkung mit Schnaps und Cocablättern

In den Pausen haben die Studierenden im Innenhof der alten Unibibliothek die Sonne genossen, dann verschwanden sie wieder in die Paulinerkirche, um Filme zu schauen. 56 Werke gab es beim Internationalen Ethnografischen Filmfestival Göttingen zu sehen, das Sonntag zuende ging.

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Stephanie Bussler (links) und Mariel McLaughlin haben einen Film über die Göttinger Goetheallee gedreht.  

Quelle: CH

Göttingen. „Filmemacher aus aller Welt haben 533 Werke eingesandt. Das zeigt, was für einen hohen Stellenwert dieses Festival hat“, sagt die Berner Professorin für Sozialanthropologie, Michaela Schäuble. Sie gehört zum Auswahlkomitee, das die Werke im Januar in der Akademie Waldschlösschen zwischen Reinhausen und Bremke sichtete. Drei Tage schlossen sich die zwölf Mitglieder ein. Zweierteams schauten jeweils 90 Filme an und wählten die neun besten aus.

Einer der Schwerpunkte, der sich so herauskristallisierten, war der Bergbau. So dokumentiert Dipesh Kharel in seinem Film „Das Kupferdorf“ die traditionelle Kupfergewinnung in Westnepal. Die handwerkliche Produktion brach vor 30 Jahren zusammen, als die Regierung den Markt für billiges Kupfer aus industrieller Fertigung öffnete. Mit den letzten Menschen, die die jahrhundertealten Techniken noch beherrschen, stellte Kharel die Produktion nach.

Traditionelle Lebensweisen verändert der Bergbau auch in Chile, wo 30 Prozent des weltweit verbrauchten Kupfers gewonnen wird. Davon erzählt Felipe Palmas Film „Die Region“. Menschen aus den Anden arbeiten in den Bergwerken in der Atacama-Wüste. Einmal im Jahr kehren sie für ein Fest in die Anden zurück. Sie schlüpfen in phantastische Kostüme und verarbeiten bei Musik und Tanz ihre Lebenssituation. „Auch Menschen von der Küste, von wo aus das Metall verschifft wird, kommen“, berichtet der geschäftsführende Produzent Abbas Nokhasteh.

Das harte Leben der bolivianischen Bergleute zeigt der Film „Potosi“. Sie gewinnen in labyrinthartigen Tunneln tief unter der Erde Silbererz. Die Lebenserwartung der Männer, die sich die harte, gefährliche Arbeit mit Cocablättern, Schnaps und Zigaretten erträglich machen, ist niedrig. Die Umweltschäden, die der Goldbergbau in einem Gletscher in Kirgisistan verursacht, thematisiert Mirjam Leuzes Film „Blumen der Freiheit“.

Für die Studierenden, die die große Mehrheit der Festivalbesucher stellen, ist der Kinobesuch nicht nur Vergnügen. Dominik Stepien aus Marburg gehörte zu einer von mehreren Studierendengruppen die mit ihren Professoren angereist waren. Sie führten Interviews und schrieben Rezensionen.

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Während des Internationalen Ethnografischen Filmfestivals Göttingen ist am Sonnabend zum zwölften Mal der Student Award verliehen worden. Die dreiköpfige Jury entschied sich erstmals, den von der Liftin-Stiftung geförderten Preis in zwei Kategorien aufzuteilen.

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