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Stephan Thome liest aus seinem Debütroman „Grenzgang“

Lesung im Rittergut Besenhausen Stephan Thome liest aus seinem Debütroman „Grenzgang“

Thomas Weidmann steht gerade vor dem Nichts: seine akademische Karriere ist gescheitert, seine Beziehung liegt in Trümmern. Spontan macht er sich auf den Weg in seinen Heimatort Bergenstadt, wo er am Grenzgang-Fest teilnehmen möchte. Diese Geschichte hat Stephan Thome in seinem 2009 erschienenen Debütroman „Grenzgang“ erzählt.

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Stephan Thome

Quelle: Baue

Auf dem Rittergut Besenhausen hat er im Rahmen des Literaturfestes Niedersachsen daraus gelesen. In zwei Passagen, einfühlsam, teils amüsant geschildert, stellte er seine Protagonisten Weidmann und Kerstin Werner vor. Im Dialog mit Tilman Krause, verantwortlicher Redakteur für Literatur bei der Tageszeitung „Die Welt“, offenbarte der Autor Hintergründe zu dem Roman und seiner Person.

Eindrucksvoll beschreibt Thome den Abschied Weidmanns von Berlin, bei dem bereits zu erahnen ist, dass dies mehr ist als ein kurzer Ausflug in die Heimat. Sieben Jahre später fährt Kerstin mit einer Freundin in einen Swingerclub, frustriert und gelangweilt von ihrem Leben und den unklaren Annäherungsversuchen von Thomas, der mittlerweile Gymnasiallehrer in Bergenstadt ist. Kerstin ist geschieden. Sie kümmert sich um ihre demenzkranke Mutter und einen pubertierenden Sohn.

Der Roman umfasst 28 Jahre und spielt im Sieben-Jahres-Rhythmus, denn alle sieben Jahre findet das Grenzgangfest statt. Dieses Ereignis stammt aus Thomes Geburtsstadt Biedenkopf, wo seit 1693 mit dem Abgehen der Grenzen der Frieden mit den benachbarten Gemeinden zelebriert wird. Der Autor wurde 1972 geboren und studierte Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie an der FU Berlin.

Auf den ersten Blick könne der Handlungsablauf vielleicht langweilig erscheinen, erklärt der 1972 geborene Autor, der seit 2005 in Taipeh/Taiwan, lebt. Aber „auch das alltägliche Leben kann spannend sein“, sagt er. Wie er es schaffe sich gleichermaßen in die Psyche eines Mannes und einer Frau so meisterhaft einzufühlen, möchte Krause wissen. Zwei Schwestern, führt Thome an und meint dazu: „Die geschlechtliche Unterschiede sind gar nicht so groß, wie sie scheinen.“ Die meisten Ängste seien nicht geschlechtsspezifisch, sondern nur die Art damit umzugehen.

Von Noreen Hirschfeld

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