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Stephanie Neigel und Band im Kulturclub Apex in Göttingen

Fließend zwischen den Grenzbereichen Stephanie Neigel und Band im Kulturclub Apex in Göttingen

Mit dem Titel „Schatten an der Wand“ stieg Jule Neigel 1988 stimmgewaltig hoch in die deutschen Charts. Ihre Nichte Stephanie Neigel hat mit sechzehn Jahren durch ein Album von Ella Fitzgerald ihre Liebe zum Jazz entdeckt. Sie studierte Jazzgesang in Mannheim und in Weimar – unter anderem unter Anleitung von namhaften Musikern wie Jeff Cascaro oder Michael Schiefel. Nun startete Neigel mit ihrer Band die Promotiontour für ihr zweites Album „Capture time“ im Apex.

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Stephanie Neigel präsentiert ihr neues Album „Capture Time“.

Quelle: Richter

Göttingen. Das Apex mausert sich so langsam zur Spielstätte für Tourneestarts und präsentiert dabei eine kleine, feine Reihe von jungen Jazzbands oder Singer/Songwriter. Zu dezenten Grooves betritt Stephanie Neigel in einem stilvollen roten Kleid die Bühne. „Sie hätte gern manchmal mehr Zeit, vielleicht eine Woche extra, um die schönen Momente im Leben festzuhalten“ sagt die Sängerin und Pianistin. Aus diesem Wunsch heraus ist das Titelstück für ihr neues Album entstanden. Neigel komponiert alle ihre Stücke selbst, um sie dann mit ihren Musikern bei den Proben weiterzuentwickeln. Seit fünf Jahren arbeitet sie mit ihrer Band, bestehend aus Volker Engelberth am Piano, Nils Becker an der Gitarre, Alex Merzkirch am E-Bass und Tommy Baldu am Schlagzeug. Die Musiker agieren mit unglaublicher Leichtigkeit und Spielfreude. Sie beherrschen die pointierten leisen, wie auch die kraftvollen Töne, immer wieder unterbrochen von feinen solistischen Kleinoden. Baldu wartet dabei mit stets spannender, abwechslungsreicher Perkussion auf. Seine Mimik untermalt ausdrucksstark, wie er in seinem Spiel aufgeht. Becker zeigt im Wechsel zwischen akustischer und E-Gitarre, dass er sowohl im Jazz-, wie auch im Rockkontext zu Hause ist.

Enorme Bandbreite

Über allem schwebt Neigels facettenreiche Stimme. Ihre gesangliche Bandbreite ist enorm. Mal zart mit dunklem Timbre, dann sich in Höhen steigernd, lotet die Künstlerin ihr reichhaltiges Repertoire stimmlicher Klangfarben aus. Mal imitiert sie lautmalerisch eine Trompete oder scattet in „Dance With The Devil“ zu funkigen Rhythmen. In dem Stück geht es um das nicht Einschlafen können, wenn einem mal wieder zu viele Gedanken durch den Kopf gehen. Mit Klatschen und afrikanischem Flair stimmen die Musiker „Leave It Behind“ an. Neigel liebt es, bei ihren Konzerten das Publikum in ihre Arrangements mit einzubeziehen. So animiert sie die Besucher zu einem zweistimmig begleitenden Chor. Das Ensemble schafft es auf eine ganz beeindruckend eigene, abwechslungsreiche und charmante Art, die Grenzbereiche zwischen Jazz und Popmusik fließend miteinander zu verbinden. Ein sympathischer Auftritt!

Von Jörg Linnhoff

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