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Susan Abulhawa stellt ihr neues Buch bei Hugendubel in Göttingen vor

„Als die Sonne im Meer verschwand“ Susan Abulhawa stellt ihr neues Buch bei Hugendubel in Göttingen vor

Ein starkes Trio hat am Dienstagabend das Buch „Als die Sonne im Meer verschwand“ in der Buchhandlung Hugendubel vorgestellt: die Autorin Susan Abulhawa, die Schauspielerin Bibiana Beglau und die Journalistin Margarete von Schwarzkopf. Die Lesung – eine von nur dreien in Deutschland – war komplett ausverkauft. Fast ausschließlich Frauen wollten den Auftritt des Trios erleben.

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Margarete von Schwarzkopf, Susan Abulhawa und Bibiana Beglau in der Göttinger Bücherei "Hugendbubel" auf dem Podium (v.l.)

Quelle: Pförtner

Göttingen. Abulhawa ist eine Friedensaktivistin mit einem bewegtes Leben. Ihre Eltern stammten aus Ostjerusalem, doch geboren wurde Abulhawa 1970 in Kuweit. Die Eltern trennten sich früh, das Mädchen wurde zu einem Onkel in die USA geschickt. Mit fünf Jahren kam sie zurück zu Verwandten in Jordanien und Kuweit. Im Alter von zehn Jahren landete sie in Jerusalem und dort in einem Waisenhaus. Als sie 13 Jahre alt war wurde sie zu Pflegeeltern in die USA vermittelt. Dort studierte sie schließlich Biologie und Medizin, arbeitete später als Journalistin und gründete eine Hilfsorganisation, die Geld für Spielplätze in den Palästinensergebieten und in Flüchtlingslagern sammelt. Vieles von ihrer Geschichte ist eingeflossen in ihr erstes Buch.

Ihre Debütroman „Während die Welt schlief“ sei in 20 Sprachen übersetzt worden, sagte Moderatorin Schwarzkopf, „ein Bestseller“. Ihr zweites Buch „Als die Sonne im Meer verschwand“ ist keine Fortsetzung, aber Ähnlichkeiten finden sich schon. Diesmal taucht eine junge Amerikanerin ein in die Welt im Nahen Osten, die ihre Heimat ist, wo die Wurzeln ihrer Familie liegen – und palästinensische Familien seien groß in Palästina, sagt Abulhawa. Sie reichten bis zu dritten Cousin und bis zum Nachbarn, mindestens.

Sie habe sich nie vorstellen können zu schreiben, erklärte Abulhawa. Zumindest keine Prosa, denn politische Kommentare hatte sie schon vorher verfasst. Die Autorin schreibt in Englisch, „aber mit arabischem Stil“, habe ihr eine Reihe von Lesern gesagt. „Ich höre die Melodie der Wörter in meinem Kopf.“

Schwarzkopf moderierte die Lesung sehr kenntnisreich und unaufgeregt. Das tat dem Abend gut. Ein Gewinn auch Bibiana Beglau, die 2014 zur Schauspielerin des Jahres in Deutschland gekürt wurde. Sie las Passagen aus dem Buch auf Deutsch. Für alle drei gab es nach 90 Minuten viel Beifall – auch ohne Fragerunde für die Zuhörer.

Susan Abulhawa: „Als die Sonne im Meer verschwand“, Diana-Verlag, 384 Seiten, 19,99 Euro.
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