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Tänzerische Reise zu Schubert und Bach

Tanztheater Bremen im DT Tänzerische Reise zu Schubert und Bach

Choreograf Emanuel Gat und seine Compagnie vom Nordwest Tanztheater Bremen kamen am Sonnabend, 16. Mai,  zu einem Gastspiel ins Deutsche Theater (DT) in Göttingen. Unter dem Titel „Voyage“ nahmen sie ihr Publikum mit auf eine tänzerische Reise in die Musik. 

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Raffiniert und ausdrucksstark: Tanztheater Bremen zeigt „Trotz dem alten Drachen“.

Quelle: Landsberg

Für die zwei Teile des Abends hatte Gat unter dem Titel „Winter Voyage“ drei Lieder Franz Schuberts und mit „Trotz dem alten Drachen“ eine Motette Johann Sebastian Bachs als musikalische Grundlage gewählt. Thematisch emotionale und eher schwierige Themen, die Gat mit angemessener Tiefe aber auch tänzerischer Leichtigkeit um- und weiterspinnt. 

„Winter Voyage“ ist bei Gat ein getanztes Duett, hervorragend dargeboten von Sunju Kim und Jae Won Oh. Tanz und Musik gehören zusammen, bauen aufeinander auf, und doch schafft der Tanz in der Stille vor und zwischen den einzelnen Stücken seine eigene Musik. Ein Stilelement, das Gat auch in der zweiten Choreografie des Abends aufgriff. 

Was er daraus schafft, ist eine ganz neue Gesamtkomposition. Eleganz und Präzision kennzeichnen die tänzerischen Elemente; wobei Gat eine wunderschöne Mischung aus Moderne und zeitloser Ästhetik findet, die niemals gewollt, sondern immer selbstbewusst und eigenständig ist. Seine beiden Tänzer setzten an diesem Abend die technisch wie konditionell äußerst anspruchsvolle Choreografie kongenial auf der Bühne um. 

Mehr noch als im ersten Teil übernimmt Gat bei „Trotz dem alten Drachen“ die Techniken eines Komponisten für seine Choreografie. Werden in einer Fuge, und darin ist Bach Meister, musikalische Themen kontrapunktisch in mehreren Abschnitten variiert, so geschieht Vergleichbares in der Choreografie, bei der zehn Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne stehen. Solisten und wechselnde Gruppen werfen sich die tänzerischen Motive zu, übernehmen Anregungen aus der Musik, setzen aber ebenso Gegenakzente. 

Faszinierend

Auch hier überwiegen die scheinbar schlichten, aber raffinierten und ausdrucksstarken Bewegungen. Eine Eigenschaft, die übrigens auch die vom Choreografen selbst entworfenen Kostüme des Ensembles haben. Alles in allem ein faszinierendes Gesamtkunstwerk.  

Von Isabel Trzeciok

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