Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
„Mein Geschmack ist anders“

Unsere Schauspieler: Florian Donath „Mein Geschmack ist anders“

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor. Dieses Mal: Florian Donath vom Deutschen Theater.

Voriger Artikel
„Auch Neues fördern“
Nächster Artikel
Frauen-Power

Hat die nötige Körperspannung: Florian Donath

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Klingt einfach: Weil seine Freundin aus Göttingen kommt, ist Florian Donath seit Mai Schauspieler am Deutschen Theater (DT). So einfach war sein Ortswechsel von Berlin nach Göttingen aber doch nicht. DT-Intendant Erich Sidler hatte natürlich ein entscheidendes Wörtchen mitzureden, und Donath, der seit seinem zwölften Lebensjahr Theater spielt, machte auch den Theater-Check. „Ich bin Ossi, und Theater muss mich da abholen, wo ich bin“, erklärt er und sagt mit Blick auf seine 26 Lebensjahre, „ich bin ja kein alter Mann. Mein Geschmack ist anders“. Das DT habe ein recht hohes Niveau für ein Stadttheater und „hier steht nicht nur die Bespaßung von Massen auf dem Programm“, deshalb sei er gerne hierher gekommen. Generell sei das erste feste Engagement etwas Besonderes: „Weil es für einen Schauspieler ja gar nicht so selbstverständlich ist, dass es gleich nach der Schauspielschule klappt.“

Nächste Rolle? 

Zur Bildergalerie

Er steht in „Mein Kampf“, „Familiengeschäfte“ und „Frankie Boy“ auf der Bühne, auch in den Produktionen „Die Tragödie von Romeo und Julia“, „Gänseliesel träumt“ wird er spielen. Lampenfieber wird er haben, wenn die Premiere naht, gesteht Donath. „Ich schwitze komplett“, erzählt er. Das sei eindeutig die Aufregung. Denn als aktiver Mensch, der Bewegung nicht scheut, aber nicht wirklich Sport treibt, muss das der Grund sein. Sportlich ist er und stellt es sofort unter Beweis mit einem Seitstütz auf der Theke im DT-Bellevue. Judo und Radball hat er als Kind in Cottbus, wo er geboren und aufgewachsen ist, betrieben.

Seine Mutter habe dann, um seine Fernsehstunden daheim zu reduzieren, noch ein Hobby für ihn ausgesucht: Theatergruppe im Piccolo Theater in Cottbus. Aus dem Kinderspiel wurde die Mitgliedschaft im Jugendclub des Theaters. Das Berufsziel Schauspieler setzte sich durch. Nach der Ausbildung an der Hochschule für Schauspiel „Ernst-Busch“ in Berlin mit einem „Stipendium für herausragende schauspielerische Leistung und Engagement bei der Entwicklung und Festigung des Ensemblegeistes“ und ersten Stippvisiten an der Volksbühne und der Schaubühne in Berlin, hat Donath nun in Göttingen das erste feste Engagement. Vielleicht wird er hier die Rollen spielen, die er unbedingt einmal darstellen möchte: Woyzeck und Werther - „das ist so mein Lieblingsding“, meint er. Gar nicht sein Lieblingsding war die Wohnungssuche in Göttingen. Er habe nicht damit gerechnet, dass das hier so schwierig sei und teuer - „die Mietpreise in Göttingen sind zum Kotzen“ - meint der fröhlich-nette Schauspieler mit ruppiger Deutlichkeit. Deshalb hat er sich anfangs aufs Klapprad für den Weg vom Bahnhof zum Theater gesetzt und sein Zimmer in Berlin länger als geplant behalten. Inzwischen aber hat er eine für einen Jungschauspieler erschwingliche Unterkunft in Göttingen gefunden.

Florian Donath

Geboren: 1990 in Cottbus

Ausbildung: Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.

Status: Fröhlich-nett.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff