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Linda Zervakis im Café Aegidius

Literaturherbst Linda Zervakis im Café Aegidius

Bunte Tüten wecken Kindheitserinnerungen. Auch bei Tagesschausprecherin Linda Zervakis, der „Königin der bunten Tüte“ - wie sie sich in ihrem gleichnamigen Buch bezeichnet. Was es damit auf sich hat, verriet die Tagesschausprecherin in ihrer Literaturherbst-Lesung im Café Aegidius in Hann. Münden.

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Literaturherbst: Linda Zervakis liest im Café Aegidius aus ihrem Buch "Königin der bunten Tüte".

Quelle: Niklas Richter

Hann. Münden. „Guten Abend“, begrüßte Zervakis die Zuschauer in typischer Tagesschau-Manier in der profanierten Kirche und provozierte damit die ersten Lacher. Die zogen sich durch die ganze Lesung hindurch - ob die Tochter griechischer Gastarbeiter nun erzählte, wie ihre Eltern nach Deutschland gekommen waren - und dabei humorvoll das gebrochene Deutsch ihrer Mutter imitierte -, oder von den verschiedenen Stammgästen im Harburger Kiosk ihrer Eltern berichtete.

Zu denen gehörte auch der „Stinker“, der nach „einem Cocktail aus süßem Schweiß, altem Talg, Cognac und vor kurzem abgelaufenen Cornflakes“ roch, wie Zervakis vorlas. „Wir setzten uns, bis der nächste Kunde kam, jeder eine Wäscheklammer auf die Nase“, sprach sie weiter über die Kisok-Sonntage mit ihrem Bruder und setzte sich zeitgleich eine Wäscheklammer auf die Nase, um näselnd weiterzulesen.

Bevor sie dazu kam, ihren Titel als „Königin der bunten Tüte“ zu erklären, gab Zervakis erstmal eine Runde Ouzo für das komplette Publikum aus. „Ich muss mir das schön trinken“, scherzte sie - folgte doch eine Beschreibung ihrer griechischen Nase, einer „Kartoffel“. Doch von der Nase sowie der C&A-Kleidung, mit der sie im Kontrast zu ihren reichen Mitschülern herausgestochen sei, habe sie gut abgelenkt, indem sie bunte Tüten verteilte. „Und die sind auf den billigen Trick reingefallen“, scherzt die Hamburgerin mit dem offenen Lachen.

Den Ouzo hätte Zervakis in Hann. Münden nicht als Trick gebraucht, zeigte sich das Publikum doch auch so begeistert von den unterhaltsamen Anekdoten und der lockeren Art, mit der Zervakis erzählte und Fragen beantwortete. So reagierte sie ganz ehrlich auf die Frage, ob sie ihre Tagesschau-Moderationen selbst schreibe, mit einem „Nein“ und ergänzte lachend: „Und wenn spontan was Neues reinkommt, bete ich immer, dass ich alle Namen aussprechen kann.“ Darum musste sie sich an diesem Abend keine Sorgen machen - gehörte sie doch zu den wenigen, die den Namen ihres Bruders Charalambos aussprechen konnten.

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