Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Temperament und augenzwinkernder Charme

Saisonstart des Göttinger Symphonie-Orchesters Temperament und augenzwinkernder Charme

Es muss nicht immer Klassik sein: Mit einem unterhaltsamen Programm unter dem sinnigen Motto „Auf Ferienreisen“ hat das Göttinger Symphonie-Orchester am Freitag die neue Saison in der wohlgefüllten Stadthalle eröffnet.

Voriger Artikel
Polka und Rock, Cocktails und Grog
Nächster Artikel
Wenn Barockgeigen orientalisch trillern

Entspannt und schwungvoll: das Göttinger Symphonie-Orchester unter Reto Parolari.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das Promenadenkonzert  stand unter der Leitung von Reto Parolari, einem immer wieder gern gesehen Pultgast des GSO.

Offenbar hatten auch die Musiker des GSO die freie Zeit zur Erholung genutzt. Denn ganz entspannt, locker und konzentriert musizierten sie, wie sie es gleich in Künnekes „Glückliche Reise“ schwungvoll vorführten. Ein Schwerpunkt des Programms waren Kompositionen eines schweizerischen Landsmannes des Dirigenten, Paul Burkhard (1911-1977), dessen Lied „Oh mein Papa“ ein Evergreen geworden ist.

Die Sopranistin Andrea Viaricci stellte neben diesem Hit drei weitere Lieder Burkhards vor, unter denen vor allem der schelmisch-temperamentvolle Song „Giorgio“ (mit dem Lys Assia 1958 den zweiten Platz beim Grand Prix d’Eurovision einheimste) zu nennen ist.

Die Sängerin hat viel Charme, aber keine besonders große Stimme. Dennoch wäre es nicht nötig gewesen, sie so kräftig zu verstärken: Das mindert den persönlichen Kontakt des Hörers zur Solistin erheblich.

Hübsche Tanznummern von Waldteufel und Chabrier, die farbenreiche Suite „Spanische Novellen“ des immer wieder erstaunlich erfindungsreichen und klangfarblich abwechslungsreichen Ernst Fischer (1900-1975) und zwei Polkas von Josef Strauss ergänzten das Programm. Mit  einer ausgesprochen schwungvollen Tarantella des Schwarzwälder Kurkapellmeisters Martin Fischer (1907-1959) klang der offizielle Teil des Abends aus: durchweg sehr kultiviert gespielt, mit schönen Einzelleistungen, etwa dem feinen Trompetensolo von Helmut Pöhner, wunderschön gefühlvollen Violintönen von Natalie Kundirenko oder flinken Fagott­figuren von Ömür Kazil.

Besondere Heiterkeit erregte Reto Parolaris Spezialauftritt von in der Josef-Strauss-Polka „Feuerfest“, in der er partiturgerecht mit zwei Schmiedehämmern auf dem Amboss rhythmische und melodische Akzente setzte.

Laut und lange brauste der Schlussapplaus. Zum Dank dafür gab es zwei Zugaben: den Pasodoble „Hasta la vista“ von Heinz Buchold, der unter anderem als Dirigent des La-Montanara-Chors hervorgetreten ist, und abermals das Lied „Giorgio“ von Paul Burkhard – mit noch mehr augenzwinkerndem Charme der Sängerin als beim ersten Mal.

Von Michael Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
GSO-Saisoneröffnung

Um Farbenrausch soll es in der neuen Saison des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) gehen, um den Rausch der Klangfarben, der von der instrumentalen Vielfalt symphonischer Musik ausgeht. Für das Eröffnungskonzert hatte GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller drei Klangzauberer aus Russland ausgewählt, die Romantiker Ljadow, Skrjabin und Rachmaninow.

mehr
NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag