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Höllisches Vergnügen mit The Burning Hell

Kanadischer Indie-Rock in Hardegsen Höllisches Vergnügen mit The Burning Hell

„The Burning Hell“ ist das kanadische Singer-Songwriter-Projekt von Mastermind Mathias Kom. Im Jahr 2012 absolvierte die Band innerhalb von nur 24 Stunden zehn Auftritte und widmete diesen Rekord der sogenannten "DIY Szene". In Hardegsen präsentierte das Quintett sein aktuelles Album "Public Library".

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Quelle: r

Fast 50 Konzerte haben sie in den vergangenen Wochen in Deutschland gespielt. Hardegsen ist ihre letzte Station auf der Tour, bevor es zurück nach Kanada geht. Die Band ist bekannt für ihre lebhaften und bewegenden Auftritte. Kom liefert die wunderbar poetisch humorvollen Texte dazu. Neben seiner Lebenspartnerin Ariel Sharratt (Gesang, Klarinette und Saxophon) hat der Gitarrist und Sänger zur Unterstützung seines Projekts die ständigen Bandmitglieder Darren Browne, E-Gitarre, Nick Ferrio, Bass und Jake Nicoll am Schlagzeug um sich gescharrt.

Zu dem Thema von „Jurassic Park“ betritt die Band die Bühne in Hardegsen. Jedes Album brauche eine Ballade, so Kom und so starten sie mit dem skurrilen „Everybody needs a body (to be somebody)“. Kom ist ein begnadeter Entertainer, Songwriter und humoriger Zyniker. Stets mit einem Augenzwinkern trägt er mit dunkler Stimme, die wie eine Mischung aus Johnny Cash und Nick Cave klingt, seine feinsinnig hintergründigen Texte vor. Diese sind gespickt mit ironisch melancholischen Alltagsbeobachtungen und handeln von „Mauerblümchen“, wie Kom schmunzelnd den Song „Wallflowers“ übersetzt, oder von wahren Erlebnissen auf einem Konzert in Toronto in „Realists“.

Die Musik des Quintetts ist eine wilde Mischung aus Folk, Indie-Rock und Reggaeklängen, präsentiert mit einer rasanten Spielfreude. Dabei sucht Kom immer wieder charmant den Austausch mit dem Publikum. Ihr aktuelles Album „Public Library“ haben sie literarisch angeordnet. In „Fuck the goverment, I love you“, einer „Romantic Comedy“, wird das erste Kennenlernen von Sharratt und Kom mit einem herrlichen Gesangs-Duett aufgearbeitet. „Two Kings“ ist eine Science-Fiction-Fantasy-Story über das Weiterleben von Michael Jackson in North Ontario, wo er mit Elvis den „Moonwalk“ tanzt.

Im zweiten Set ist die Band nicht mehr zu bremsen. Sie rockt, wie in „The Road“ oder „Amateur Rappers“, was die Instrumente hergeben. Betörende Soli von Browne gehen über in Duelle mit Sharratt, die auch mit ihrer Stimme betört. Die Musiker spielen sich mit sichtbarer Freude am eigenen Spiel in einen wahren Rausch und bringen das Publikum zum Abschluss in einer mitreißenden „La Bamba“ Version zu wahren Beifallsstürmen. Ein höllisches Vergnügen!

Von Jörg Linnhoff

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