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„The voice“ Rob Reynolds im Göttinger Kulturclub Apex

Ein Mann, eine Stimme, eine Gitarre „The voice“ Rob Reynolds im Göttinger Kulturclub Apex

Er hat schon mit David Bowie und Procul Harum auf der Bühne gestanden. Der britische Sänger, Gitarrist und Songschreiber Rob Reynolds ist mit einer beachtenswerten Stimme ausgestattet. Nun stand er in der Reihe „Kulturlichter“ auf der Bühne im Apex.

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Rob Reynolds.

Quelle: Vetter

Göttingen. Nach einer kurzen Vorstellung greift Reynolds zu seiner akustischen Gitarre. Dann ist da nur noch diese Stimme, die sofort mächtig beeindruckt! Mal klingt sie leicht angeraut mit warmen Timbre, dann laut sich erhebend, um Sekunden später fast zu flüstern. Mit geschlossenen  Augen, teilweise auf einem Bein stehend wie ein Flamingo, trägt Reynolds seine Lieder vor. „First song and I´m already sweating“ entschuldigt er sich. Der Mann hat nicht nur Stimme, er kommt auf Anhieb auch sehr sympathisch rüber.

Seine eigenen Lieder sind emotionale kleine Kunstwerke mit Tiefgang. Er scheint beim Vortrag völlig in den Texten aufzugehen. „Ellla´s Song“ ist eine Hymne an seine kleine Tochter, die ihm Inspiration und Freude ist, aber auch sorgenvolle Fragen aufwirft um das was mal sein wird. In „Coming Home“, dem Titelstück seiner 2010 erschienenen CD, geht es nach seiner Aussage um das in den Spiegel schauen, um dann festzustellen, dass man älter und die Haare weniger geworden sind. Immer wieder scrollt Reynolds durch seine elektronische Setlist, um aus dieser offensichtlich spontan die Lieder für seinen Vortrag zu wählen. Zwischendurch muss er gelegentlich seine Gitarre stimmen. Er liebt diese Gitarre, bei der schon fünfmal der Hals gebrochen war und der er wunderbare Klänge entlockt, mal melodiös, mal rhythmisch.

Neben Eigenkompositionen gibt es auch einige Coverversionen zu hören. So bekannten Stücken wie „Black Magic Woman“ von Fleetwood Mac oder „Wish you were here“ von Pink Floyd verschafft Reynolds eine ganz eigene sehr intime, eindringliche Note. In „Stormy Weather“, seiner ersten Single, ein „angry song“, lotet er noch mal seine stimmlichen Fähigkeiten aus.

Dann ist „Last song time“, wie Reynolds fast schelmisch anmerkt. Und es gibt das schunkelnde „King of the road“ von Roger Miller zum Mitsingen. Mit dem Fleetwood Mac Blues „Need your love so bad“ schickt Reynolds das begeisterte Publikum in die Nacht. Seine Stimme wirkt noch lange nach.

Von Jörg Linnhoff

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