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Thomas Hettche liest im Literarischen Zentrum in Göttingen

„Pfaueninsel“ Thomas Hettche liest im Literarischen Zentrum in Göttingen

Die Winterpause ist vorbei, da lockt das Literarische Zentrum zum Saisonauftakt mit einem besonderen Gast. Der Schriftsteller Thomas Hettche dürfte seit seinem Roman „Pfaueninsel“ zur Zeit zu den gefragtesten Autoren auf dem literarischen Parkett gehören. Hettche erhielt für sein Buch den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis sowie eine Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2014.

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Sehr gefragter und mehrfach ausgezeichneter Autor: Thomas Hettche.

Quelle: Heller

Göttingen. Zur Lesung im Literarischen Zentrum bleiben nur wenige Plätze frei. Neben dem Autor sitzt Sonja Vandenrath auf dem Podium, die den Abend moderiert. Vandenrath ist Leiterin des Literaturreferats des Stadt Frankfurt am Main. Doch nicht immer sind die Fragen der Moderatorin verständlich. Sie flicht wieder und wieder Fachtermini ein und stellt ihre Fragen auf komplizierte Weise. Das wirkt wie eine rüpelhafte Selbstinszenierung, um mit dem eigenen intellektuellen Status zu prahlen. Für eine Lesung ist dies wenig förderlich, sollte doch der Autor im Mittelpunkt stehen und nicht die Moderatorin. Man habe es selten mit einer so klugen Moderatorin zu tun, versucht Hettche charmant zu kontern.

Hettche indes antwortet klar und verständlich. Sein Roman „Pfaueninsel“ erzählt von Marie, einer Kleinwüchsigen, die Anfang des 19. Jahrhunderts zusammen mit ihrem Bruder auf die Pfaueninsel, ein kleines Eiland in der Havel nahe Berlin, gebracht wird. Die Insel ist im Besitz preußischer Königsfamilien, und Marie scheint als Zwergin zu einer Art Unterhaltungsprogramm der Majestäten zu gehören. „90 Leute waren damit beschäftigt, das Ganze am Laufen zu halten“, erzählt Hettche und berichtet, dass auch fremdländische Tiere und eine Sammlung von Palmen auf die Insel gebracht wurden. Das klingt nach einem fremdartigen, vielleicht beschaulichen, aber auch unwirklichen Ort. „Mein Gott, du schreibst einen Roman, in dem das Wort ‚Königin‘ vorkommt“, erzählt Hettche von seinen Zweifeln, die er beim Schreiben hatte. Doch basiert der Roman auf Fakten. Marie habe es gegeben, auch wenn nicht viel von ihr bekannt sei, sagt er. Gerade das macht den Roman spannend. Hettche spielt mit historischen Fakten und Fiktion, mit Wahrheit und literarischer Freiheit. Dem Publikum hat es gefallen, auch wenn am Ende niemand eine Frage stellen wollte. „Muss ja auch nicht“, sagt Hettche.

Thomas Hettche: Pfaueninsel, Kiepenheuer&Witsch, 352 Seiten, 19.99 Euro.

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