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Thorbjørn Risager mit Band im Göttinger Live-Club „Exil“

Voller Erinnerungen Thorbjørn Risager mit Band im Göttinger Live-Club „Exil“

„Mr. Déjà-vu“ könnte man Thorbjørn Risager nennen. Der Bluesrock des dänischen Sängers klingt so als hätte man alles irgendwie schon einmal gehört. Seine Songs stecken voller Erinnerungen an den elektrischen Blues aus den sechziger und siebziger Jahren.

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Thorbjørn Risager

Quelle: EF

Göttingen. Am Donnerstag gastierte er im Liveclub „Exil“. Eingestimmt wurde das Publikum von dem Göttinger Musiker Jake Moritz und seiner Band mit gitarrenbetonten Songs zwischen Rock und Pop.

Risager fasziniert als erstes mit seiner einmaligen Stimme. Sie klingt reif, sanft und männlich und so markant, dass man sie so schnell nicht vergisst. Mit seiner sechsköpfigen Band „The Black Tornado“ macht er vom ersten energiegeladenen Takt an klar, worum es ihm geht: warm klingender Bluesrock der alten Schule. Die Orgel schmachtet, die Slidegitarre heult, die Bläsersätze swingen beseelt, und die Rhythmusmaschine aus Bass und Schlagzeug rockt gut geölt.

Doch schnell kommen die Déjà-vu-Erlebnisse: Mal fühlt man sich etwas zu sehr an B. B. King erinnert, dann an John Lee Hooker oder an eine der vielen alten Rock’n’Roll- und Boogie-Woogie-Bands. Dabei beherrschen die sieben Dänen durchaus ihr Handwerk: Der Beat sitzt, die Soli auf den Gitarren, dem Keyboard und dem Saxofon funkeln. Aber wo ist die im Blues so entscheidende eigene Stimme?

Im Laufe des Auftritts merkt man, dass Risager mit seiner Band eigentlich gar kein authentisches Blues-Konzert spielt, sondern vielmehr eine eher oberflächliche Blues-Show voller Klischees präsentiert – gute Laune inklusive. Dazu gehört auch das Retro-Outfit der Musiker.

Dem Publikum gefällt der Abend. Die Zuhörer applaudieren begeistert, singen mit und tanzen ausgelassenen vor der Bühne. Da passt es, dass die Band zum Ende dieser Blues-Party den vielleicht bekanntesten Rhythm & Blues-Gassenhauer anstimmt: „Let the good times roll“.

Von Udo Hinz

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