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Tocotronic zu Gast im Kulturzelt Kassel

Verlässliche Legende der Hamburger Schule Tocotronic zu Gast im Kulturzelt Kassel

Tocotronic kann ganz viel. Die Band, die in den 90er-Jahren eine der vielen Hamburger Schulen mit begründete, ist Liebling des Feuilletons, aber auch der Fans. Auch bei ihrem Konzert am Freitagabend im sehr gut besuchten Kulturzelt an der Drahtbrücke in Kassel.

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Quelle: dpa

Kassel. Schwarze Brillen, Trainingsjacken, Cordhosen: Zu Beginn der 90er-Jahre war das ziemlich cool in Hamburg. Bis heute ist das durchgeschwappt. Reste dieses Tocotronic-Outfits sind gut verbreitet im Publikum im Kulturzelt zu sehen. Erinnerungen an damals? Nö, das sieht eher authentisch aus. Bis heute haben sich die Trainingsjacken und schwarzen Klobig-Brillen gehalten. Und Tocotronic? Ist sich irgendwie auch treu geblieben. Höflich, schmuck, ganz zart und dennoch mit viel musikalischem Dampf.

Klassiker hat das mit Lead- und Rhythmus-Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug klassisch instrumentierte Quartett genauso im Programm wie Stücke vom neuen Album. Frontmann Dirk von Lowtzow textet nach wie vor bemerkenswert, seine Lieder hatten immer das Zeug dazu, als Parolen an Wände geschrieben zu werden. Daran hat sich nicht geändert.

Musikalisch ist das Quartett über die zwei Jahrzehnte ein bisschen vielseitiger geworden. Aber der Grundsound steht noch immer. Und bisweilen klingen Sounds durch, die andere Bands geprägt haben, Lou Reed und Velvet Underground haben Tocotronic sicher schon gehört und auch die Freiwillige Selbstkontrolle, inzwischen nur noch FSK unter Fans. Schämen muss sich dafür niemand.

Sehr professionell sind die Musiker von Tocotronic unterwegs, instrumental und bühnenshowmäßig. Ein bisschen klemmig moderiert Lowtzow zwischen den Liedern, aber auch das gehört zu der Band. Was sie aber wirklich nicht können, ist, ihre Lieder zu einem klaren Ende zu bringen. Was hilft? Den Makel zelebrieren. Dann wird’s sogar richtig gut. Wie der ganze Abend im Kulturzelt. Ein Glanzlicht.

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