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Tom James im Göttinger Apex

Raue Stimme zu tiefgründigen Songs Tom James im Göttinger Apex

Der Songwriter, Gitarrist und Finger-Style-Virtuose Tom James aus dem englischen Cornwall, ein cooler Typ mit außergewöhnlicher Gitarrentechnik und mächtiger Stimme, trat zum zweiten Mal auf der Kulturbühne im Apex auf. Vorweg bot sein Tourmanager J.P. Son erfrischende Songs im Reggaegewand.

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Tom James

Quelle: r

Göttingen. Sein Gitarrenspiel hat er, stark inspiriert durch den Finger-Style-Experten Andy McKee, zu einem ganz eigenen Stil entwickelt. Der Korpus seines Instruments dient Tom James dabei, teils auf den Beinen liegend, zusätzlich als Perkussionsgrundlage, mit der er seine komplexen Arpeggios und feinen Melodien rhythmisch unterlegt.

Seine Finger springen förmlich mit kurzen Anschlägen über die Saiten und zaubern faszinierend fließende, hallunterlegte volumige Klangbilder. Von Stück zu Stück wechselt James immer wieder zwischen Akustik- und E-Gitarre.

Dazu singt der erst 23-jährige James mit prägnant rauer Stimme eigene tiefgründige Songs im Spannungsfeld von Folk und Rock. In „Limbo“ schildert er seine Gedanken zu dem Flüchtlingscamp in Calais, wo täglich verzweifelte Menschen den Weg nach England suchen.

Er sei in den letzten zwei Jahren auf dem Weg von England achtmal dort angekommen. James moderiert seinen Auftritt in typischem, etwas nuscheligen Cornwall Dialekt. Neben seinen durchweg eigenen Kompositionen hat er auch einen Coversong im Programm.

Bonnie Raitts inbrünstig gesungenes „I Can't Make you Love Me“ verleiht er eine beeindruckend eigene Note und gibt zum Ende mit „Careless aus seinem aktuellen Album „Blood to Gold“ noch mal ein Manifest seiner unglaublichen Gitarrenkunst zum besten.

Ein inspirierender und  berauschender Solo-Auftritt!
Als Support bot der sympathische Sänger, Gitarrist und Tourmanager von Tom James, J.P. Son aus Südafrika, der seit neun Jahren in Europa lebt, beschwingte Gute-Laune-Songs mit Reaggaefeeling. Son moderiert seinen Auftritt fast komplett in gebrochenem Deutsch. Sein Vater stammt aus der Schweiz.

Er begrüßt den Frühling, indem er mit dem Song „Winter“ diesen zu vertreiben versucht. „Open up“ ist für seine neuen Schweizer Freunde, die ihm zuerst sehr verschlossen begegneten. Seinem Vater hat er zu dessen 70. Geburtstag das humorige Lied „Keine Schokolade“ geschenkt, nachdem dieser kurz zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatte und operiert werden musste. Son lebt auf der Bühne mit seinen Songs diese „positive vibrations“ eines offenen und scheinbar zufriedenen Menschen.

Von Jörg Linnhoff

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