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Tommi Stumpff nach 22 Jahren wieder auf Bühnen

Er ist wieder da Tommi Stumpff nach 22 Jahren wieder auf Bühnen

Nach mehr als zwei Jahrzehnten stand Tommi Stumpff wieder auf der Bühne. Ein Interview.

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Legendär: Tommi Stumpff (Mitte), hier mit Rüdiger Schuster (rechts) und Ferdinand Mackenthun.

Quelle: EF

Wo sind Sie vor 22 Jahren abgeblieben? Und was haben Sie in der Zwischenzeit gemacht?

Ich habe 1993 meine musikalische Karriere beendet und eine Tätigkeit in der IT-Branche angenommen. Ich war bis 2009 Leiter der Software-Abteilung einer Firma, an der ich auch beteiligt war. Wir waren spezialisiert in Datenbanken und statistischen Auswertungen. Ich habe überwiegend in meiner Heimatstadt Düsseldorf gelebt.

Wer Sie nach besagten 22 Jahren wiedersehen wollte, musste einiges auf sich nehmen. Der Konzertort liegt nicht gerade am Nabel der Welt, das „Haus der Jugend“ mitten in einer Baustelle. Erstaunlicherweise kamen Zuschauer sogar aus München, man hörte von Gästen aus dem europäischen Ausland. Warum Hettstedt als Ort der Wiederauferstehung des Projekts Stumpff?

Hettstedt war für uns der richtige Ort aus mehreren Gründen, zum einen wurde ich zum richtigen Zeitpunkt von MYB (Move your Body, Name der Konzertagentur, Anmerkung d. Red.) kontaktiert, zum zweiten fand ich den Ort und die Lokalität absolut passend, weil es ein sehr sympathischer Ort ist und die Veranstalter mit Kompetenz glänzen können. Zudem spielen einige in einer Band, MDS51, die mir sehr gut gefällt.

Gleich als erstes haben Sie „Massaker“ gespielt, den Stumpff-Hit schlechthin. Sechs Minuten, ich habe auf die Uhr gesehen. Reichte für die 13-Minuten-Version die Puste nicht  aus ?

Wir wollten es einfach nur nicht zu lang machen. Wir haben ja alle Stücke im Vergleich zu den Originalen gekürzt. Das passt besser in unser neues Konzept.

Einige Zuschauer waren offenbar irritiert, dass echte Instrumente auf der Bühne waren. Und dann auch noch eine Gitarre …  Haben Sie mal darüber nachgedacht, sich der Anspruchshaltung der Brikettkopffraktion unter den EBM-Hörern anzupassen und Gitarre und Bass wegzulassen?

Natürlich nicht. Ich bin  zehn Jahre lang ohne Gitarren und rein elektronisch aufgetreten, und das passte anderen Leuten auch nicht. Ich denke nicht im entferntesten daran,  Anspruchshaltungen von wem auch immer gerecht zu werden. Ich brauche von niemandem die Erlaubnis zu tun, was ich tun will.

Hätte  aber einen Vorteil: Sie müssten nichts live spielen und könnten sich voll auf den Gesang konzentrieren. Den Rest könnten die Mitmusiker übernehmen.

Das ist mir aber zu langweilig. Ich muss vielleicht noch erklären, dass ich die Gitarre nicht spiele, weil sie eine klangästhetische Bedeutung innerhalb unseres Sounds hat. Das hat sie nicht. Ich spiele sie nur, weil es mir Spaß macht.

Seither gab es einige weitere Konzerte, eines steht im Dezember in Kassel auf dem Programm. Wer begleitet Sie auf der Bühne?

Rüdiger Schuster spielt Computer und Keyboard, Ferdinand Mackenthun spielt die Bassgitarre.

Aha, Schuster kennt man aus „Kinder der Nacht“, Mackenthun als Käpt‘n Nuss beim KFC. Beschränkt sich die Wiedergeburt des Tommi Stumpff auf das Stumpff-Projekt? Oder wird es irgendwann auch wieder Auftritte mit Der KFC oder Silvia geben?

Also, KFC ist im Moment wirklich nicht mehr angesagt. Silvia ist 2009 an Krebs gestorben. Stumpff ist das, was uns dreien gefällt.

Und dann gab es da noch dieses Ding mit Dietmar Wischmeyer mit dem seltsamen Titel …  „Brettermeier die Pottsau“ und „Arschkrampen-Tekkno“?

Das taugt live überhaupt nicht. Das war ein reines Spaß-Projekt.

Und stattdessen ? Neue Platte, Chartplatzierung, Echo und Rockstarleben?

Also eine Platte sehe ich irgendwie überhaupt nicht, aber da will ich mich auch nicht festlegen, zumal meine Bandkollegen da ja auch noch mitreden werden. Für Charts, Echo und Starleben wird es wohl nicht reichen. Unsere Musik ist ja nur für einen Nischenmarkt ausgelegt.

Dann wünsche ich gutes Gelingen im Nischenmarkt. 

Interview: Nadien Eckermann

Eine weitere Gelegenheit, die Band live zu erleben, besteht am Sonnabend, 5. Dezember, in Kassel. Dann spielen Tommi Stumpff und Band mit Agonized Men ab 20 Uhr im Live-Club Goldgrube, Eisenschmiede 85 in Kassel.

 

BU:

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