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"Totengebet" im Literarischen Zentrum

Lesung von Krimi-Autorin Herrmann "Totengebet" im Literarischen Zentrum

Sie zählt zu den erfolgreichsten Kriminalautoren Deutschlands: In ihrem neuen Buch „Totengebet“ schickt Elisabeth Herrmann den Anwalt Joachim Vernau bereits zum fünften Mal auf Verbrecherjagd. Am Freitag war die Autorin zu Gast im Literarischen Zentrum Göttingen.

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Elisabeth Herrmann liest im Literarischen Zentrum Göttingen.

Quelle: PH

Göttingen. „Ich freue mich riesig hier zu sein. Die Universitätsstadt hat ja einen Ruf wie Donnerhall“, eröffnet Herrmann die Lesung zur Freude der rund 40 Gäste. „Vernau ist nach wie vor eine ganz wichtige Figur für mich“, stimmt die Autorin auf die Lesung ein. Mit der Figur des Joachim Vernau in dem Roman „Das Kindermärchen“ hat sie ihre literarische Karriere 2005 begonnen. Etliche Krimis folgten, zudem historische Romane, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Das aktuelle Buch „Totengebet“ ist bereits der fünfte Roman in der  Reihe um den Berliner Anwalt, der auch aus den erfolgreichen ZDF-Verfilmungen mit Jan Josef Liefers bekannt ist.

Das Buch:

Elisabeth Herrmann: Totengebet. Goldmann, 446 Seiten, 9,99 Euro

Zuerst nimmt Herrmann die Zuhörer mit nach Israel in das Jahr 1987, hinein in eine spannende Vorgeschichte. Im nächsten Kapitel, im Berlin der Gegenwart steht dann Anwalt Vernau unter Mordverdacht. Die einzige, die ihn entlasten kann, ist die junge Rachel aus Tel Aviv, die auf der Suche nach ihrem leiblichen Vater ist. Vernau reist ihr hinterher und wird hineingezogen in den Strudel eines Verbrechens, das sich vor 30 Jahren in einem Kibbuz in Israel ereignet hat.

Mit angenehmer und etwas gedämpfter Stimme liest die Autorin vor. Und beim Zuhörer entstehen sofort Bilder im Kopf. Der Schreibstil der langjährigen Rundfunk-Journalistin ist geschliffen und routiniert. Während die Dialoge und Geschehnisse die Spannung vorantreiben, schaffen ihre Beschreibungen Stimmungen und Sinneseindrücke.

Vier Reisen nach Israel habe sie ihm vergangenen Jahr unternommen. Außerdem sei sie vor rund 30 Jahren dort in einem Kibbuz gewesen. „Ein paar interessante Erfahrungen aus dieser Zeit fließen in das Buch mit ein“, erläutert die Autorin. So habe sich auch ein altes Tagebuch gefunden. In einer Fragerunde verrät sie noch mehr über ihre Arbeit. „Bevor ich schreibe, steht die Geschichte schon fest.“ Exposé und Plot entwickeln: „Das ist verdammt harte Arbeit.“

Detailreich und freundlich erzählt die Wahl-Berlinerin. Wie die Geschichten zu ihr kommen, wie die Figur Sanela entstanden ist, dass eine befreundete Rattenzüchterin in „Das Dorf der Mörder“ auftaucht und wie weit sie als Drehbuchautorin in Dreharbeiten einbezogen ist. Die Schauspieler Matthias Habich und Jan Josef Liefers beim Dreh von „Das Kindermädchen“ die eigenen Dialoge sprechen zu hören, „das war wirklich toll und überwältigend“, schwärmt Herrmann. Eine Anregung nimmt sie auch gleich aus Göttingen mit. Düstere Straße – das sei eine gute Adresse für einen neuen Krimi.

Von Karola Hoffmann

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