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Trauer und Trost vereint

Händel-Fest Trauer und Trost vereint

Es gibt eine Art von sanfter Traurigkeit, die das Herz wärmt. Spezialist für Erweckung dieser Gefühle ist die Viola da gamba, ein dem Violoncello ähnelndes Instrument, das aber einen viel weicheren, ja etwas näselnden Klang besitzt und die Gefühle von Trauer und Trost in sich vereint.

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Monica Piccinini

Das italienische Gambe di Legno Consort stellte diese Musik – die im 18. Jahrhundert aus der Mode kam – am Montag in einem Kammerkonzert in der Aula der Universität vor. In Sonaten für eine, zwei und drei Gamben von Johann Michael Nicolai, Carl Friedrich Abel und Benedetto Marcello konnte sich der samten-leise Reiz dieser Besetzung wunderbar entfalten, wobei durchaus auch scharfe Akzentuierungen und tänzerisch-fröhliche Rhythmen belebende Kontraste setzen.

Glanzlicht des Abends aber war die Sopranistin Monica Piccinini, die in Händels italienischer Kantate „Sento là che restretto“ und vor allem in Giovanni Battista Ferrandinis „O spettacolo pur troppo funesto“, einer „heiligen Kantate“ für Karfreitag, die Klarheit und Flexibilität ihrer schlackenlos reinen, koloraturenfreudigen Stimme vorführte. 

Edel und ernst

Der venezianische Komponist, 25 Jahre jünger als Händel, schreibt eine edel-ernste Musik, in dem sich die Singstimme über einem fein gewirkten Teppich der Begleitinstrumente (die hier und da sich auch imitierend einmischen) in klug bemessener Freiheit erheben darf. Dem entsprachen die sehr wohldosierten Verzierungen, mit denen die Sängerinnen die Wiederholungen schmückte. Ohne Zugabe wollten die Hörer die Musiker nicht entlassen.

Von Michael Schäfer

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