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Trio Levantino aus Bad Aibling zu Gast im Göttinger Apex

Furiose Reise Trio Levantino aus Bad Aibling zu Gast im Göttinger Apex

Das Trio Levantino aus Bad Aibling in Oberbayern ist aus einer Schulband des ortsansässigen Gymnasiums hervorgegangen. Anfangs haben sie vorwiegend Klezmer und italienische Musik aus den Fünfzigerjahren auf Hochzeiten und in Hotelbars gespielt. 2013 konnten sie dann ihren ersten Plattenvertrag unterschreiben und 2014 haben sie ihr Debutalbum „Chapter one“ veröffentlicht.

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Führt das Publikum auf ganz eigene Pfade: die Band Levantino.

Quelle: Vetter

Göttingen. Vier Stative mit großen runden Reflektoren und elektrischen Kerzen geben der Bühne im Hintergrund eine feierliche Beleuchtung. Mystische Klänge von Kontrabass und Gitarre gehen über in tänzerische Elemente. Eine Klarinette und perkussive Anschläge, erzeugt auf dem Korpus eines Kontrabasses, kommen hinzu und bewegen sich in eine freie Improvisation.

Das noch sehr junge Trio um die Brüder Michl und Max Bloching und den Gitarristen Tom Wörndl führt das Publikum auf ganz eigene Pfade. Ihre Musik bewegt sich zwischen Klezmer, Indie-Rock, Jazz und Filmmusikanleihen. Klezmer Musik hörten seine Eltern oft zu Hause, erläutert der Multiinstrumentalist Michl Bloching. Neben der Moderation und dem Gesang spielt er auch Klarinette, Bass-Klarinette, Akkordeon und Tenorsaxophon. Sein Bruder Max trägt auf seinem Kontrabass jazzige Elemente bei, während Wörndls Gitarrenspiel eher indiegeprägte Züge trägt.

Spielerisch leicht fügen sie unterschiedliche stilistische Elemente zu einer Mélange eigenwilliger Interpretationen zusammen. So könnte Jacques Brels „Ne me quitte pas“ in ihrer eher rumpeligen Version auch Tom Waits gut zu Gesicht stehen, veredelt mit einem einfühlsamen Tenorsaxophon Solo. Zu einem Instrumentalstück dürfen sich die Zuschauer einen Film vorstellen. Ein Großteil der Stücke stammt aus ihrer eigenen Feder. Dazu singt Michl Bloching in unterschiedlichen Sprachen und mischt dabei auch mal Jiddisch mit bayrischer Mundart. „Spielplatz“ beginnt mit Akkordeonklängen und geht über in ein fast sphärisches, mit Hall unterlegtes Gitarrensolo von Wörndl.

Neben ihren Konzerten stehen sie auch am Münchner Volkstheater für zwei Inszenierungen von Christian Stückl in „Ghetto“ und einer modernen Fassung von Wagners „Siegfried“ auf der Bühne. Zu Letzterem hat Wörndl die musikalische Leitung übertragen bekommen. Aus diesen Kooperationen haben sie zwei Stücke in ihrem Repertoire. Ein neapolitanisches Lied aus den Fünfzigerjahren beendet unter großem Applaus eine furiose Reise durch unterschiedliche Kulturen, Stile und Länder. Dass sie nach zwei Zugaben auf dem Weg zum CD-Stand noch einmal von dem begeisterten Publikum auf die Bühne „zurückgeklatscht“ werden, ist ihnen auch zum ersten Mal passiert.

Von Jörg Linnhoff

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